Lucy Rose – This Ain’t the Way You Go Out

Alben der WocheFolkJazz, VÖ: April 2024
LUCY ROSE liefert uns das perfekte Album und eine lebensbejahende Erinnerung daran, dass selbst in den dunkelsten Zeiten immer ein Regenbogen an der nächsten Ecke auf uns warten kann.

Nach extremen körperlichen Schmerzen infolge einer seltenen, schwangerschaftsbedingten Osteoporose-Diagnose hat Lucy Rose während eines langen Genesungsprozesses Licht in eine neue kreative Richtung gefunden – nicht nur als Mutter, sondern auch als Künstlerin, die endlich wieder die Kraft hat, Aufnahmen zu machen und aufzutreten. Im Gegensatz zu ihrem letzten Album, dem düsteren, folkig angehauchten „No Words Left“, ist ihr neuestes Werk voller schwungvollem Jazz und verarbeitet ihre Heilung durch die Linse der Mutterschaft mit neuer Kraft und Hoffnung. Anders als der gitarrenzentrierte Folk-Rock einiger früherer Platten von Lucy Rose ist „This Ain’t the Way to Go Out“ weitgehend klavierbetont. 

Dabei werden die jazzbeeinflussten Momente ihrer dritten Veröffentlichung, „Something’s Changing“, übernommen und diese Klänge zum Mittelpunkt entwickelt, was zu einer erfrischend selbstbewussten und ausgewogenen Platte mit Hoffnung führt, die die Zweifel und Sorgen Lügen straft, mit denen sie aufgrund ihrer Diagnose konfrontiert war. Zugegeben, die ungeschminkten Momente, in denen sie sich ihren jüngsten Erfahrungen stellt, sind herzzerreißend – nehmen wir zum Beispiel den Titelsong: „Thought I’d been through the hardest time of my life / I lost who I was and I lost all my fight / It took my body and my soul / and now I’m figuring out what’s left behind“ – aber es ist auch so viel Lebendigkeit und Lebendigkeit zu spüren. 

Der jazzige Doppelsong „Light As Grass“ und „Could You Help Me“ bildet einen gelungenen Auftakt für die Platte, während „Sail Away“ in einen berauschenden, tanzbaren Nebel abdriftet. Mit modernen Produktionstechniken und Club-Jazz sowie Einflüssen von Singer/Songwritern der 70er Jahre gewürzt, überrascht „This Ain’t the Way You Go Out“ nicht nur mit seiner lebhaften Begleitung bei den vollständiger arrangierten Liedern, darunter das erste von zwei Instrumental-Zwischenspielen, sondern auch mit Abschweifungen in Richtung Trip-Hop bei Liedern wie „Whatever You Want“ und „The Racket“. 

Rose ist wohl immer noch am besten bei den intimeren Balladen, wie etwa bei den Album-Highlights „Dusty Frames“ mit seinen welligen, wässrigen Effekten und dem spröde-elastischen Titeltrack. Doch nichts hier ist ein Fehlschlag, da Rose diese neuen Ansätze geschickt navigiert – dies ist eine faszinierende Reise mit Höhen und Tiefen, die es wert ist, gefeiert zu werden.

9.4