Liela Moss – Internal Working Model

Indie RockRock, VÖ: Januar 2023
Persönlich und expansiv, galvanisch und neugierig, es ist ein Album, das das Durcheinander der modernen Welt mit offenen Augen sieht, aber nicht bereit ist, dort aufzuhören: LIELA MOSS will nach Lösungen suchen, das Potenzial in anderen Arten des Seins und Sehens finden.

Es besteht die Möglichkeit, dass einige den Namen Liela Moss bereits gehört haben. „Internal Working Model“ ist ihr drittes Soloalbum, aber sie ist wahrscheinlich bekannter als die Sängerin der Indie-/Art-/Alternative-Rocker The Duke Spirit. Vielleicht sind es aber auch die vielen Kollaborationen mit Größen wie UNKLE, Nick Cave, Georgio Moroder oder anderen. Was oder wer auch immer einen dazu gebracht hat, sich an ihren Namen zu erinnern, ist nicht wirklich wichtig. Aber was wichtig ist, ist die Nachricht, dass „Internal Working Model“ ein Triumph ist. Vollgepackt mit Melodien, die abwechselnd necken und verführen, es ist ein Album voller angenehmer Überraschungen – und damit sind nicht nur die Gastauftritte von so ehrenhaften Prominenten wie Jehnny Beth, Gary Numan und Dhani Harrison gemeint. 

Synthesizer mögen hier den Ton angeben, aber Liela übt eine bemerkenswerte Flexibilität aus, um folkige, poppige, orchestrale und opernhafte Einflüsse einfließen zu lassen, um die Dystopie der Achtziger zu versüßen, die die Grundlage vieler Songs bildet. Liela ist eloquent und elegant in der Art, wie sie ihre Philosophie durch Lieder, und wenn sie über ihre Kunst spricht, teilt. Hier lebt sie nach ihren eigenen Worten in Tracks mit dem Synth-Pop-Größen Gary Numan auf „Vanishing Shadow“, dann eine Schönheit von einer Ballade mit Jehnny Beth, „Ache in the Middle“, bevor sie Dhani Harrison zum Abschluss einlädt: „ Love As Hard As You Can“. Obwohl die Platte zusammenhängend ist, verändert und mutiert jeder Track, und Moss taucht ihre Zehen in jeden Genre-Pool ein, weiß aber genau, wie sie jeden zu ihrem eigenen, unverwechselbaren Sound verfeinern kann. 

„New Day“ baut auf einer strukturierten Klanglandschaft, Lo-Fi-Ästhetik und organischer Körnung auf, die zwischen den Lautsprechern rasselt. Es erinnert an Björk – was kein schlechter Vergleich ist. „Internal Working Model“ ist wie gewünscht; ein „carnival of good will“, der in Mitgefühl verwurzelt ist, ein Blick in ihre eigene tiefe Empathie. Liela Moss hat immer gut mit anderen zusammengearbeitet, sei es mit UNKLE, Nick Cave, Giorgio Moroder, The Heritage Orchestra, Lost Horizons oder als Muse von Alexander McQueen oder Phillip Lim. Sie erhebt sich über ihre vorherigen Alben „My Name Is Safe in Your Mouth“ und „Who the Power“ und präsentiert „Internal Working Model“ genau so, wie sie es geplant hatte, mit gesteigerter Bewegung und rockigem Puls, während sie uns gleichzeitig einen konstruktiven moralischen Imperativ für dieses neue Jahr lehrt.

8.0