Laurel Halo – DJ​-​Kicks

Electronic, VÖ: März 2019
Die 68. Ausgabe der DJ-Kicks-Mix-Reihe ist ein weiterer Meilenstein, bei der die experimentelle Produzentin LAUREL HALO die Leitung übernimmt.

Laurel Halo, eine elektronische Ausreißerin, stammt aus Ann Arbor, Michigan, lebt aber seit einigen Jahren in Berlin. Halo ist auf Labels wie Hyperdub, Honest Jon’s und Latency gelandet und hat eine Reihe von Werken veröffentlicht, die stilistisch vielfältig sind, aber dennoch durch Produktions- und Kompositionstendenzen verbunden sind, die eindeutig nach ihr klingen. Ihre Studioarbeit ist tendenziell eine vielschichtige Mischung aus Elektronischem und Akustischem, Organischem und Synthetischem. Als DJ legt sie mittlerweile eher auf den Tanzflächen fokussierte Mixe aus Techno, Bass und weltlichen Drum-Rhythmen auf, und ihre Live-Sets sind ähnlich eindringlich und direkt.

Halo’s „DJ-Kicks“ bieten in nur 60 Minuten eine Menge. Es beginnt mit dem ersten von zwei ihrer eigenen Exklusivstücke, „Public Art“, einem fühlbaren Piano-Loop, der den melodischen Ton des Mixes in den Mittelpunkt stellt. Schon bald übernehmen knackige Trommeln die Oberhand und es beginnt eine rasante Fahrt durch Elektro, trippigen Minimalismus und Texturen, die von eisig und dumpf bis stahlhart und scharfkantig reichen. Ihre eigenen Produktionen zeichnen sich durch eine gewisse Schmierigkeit aus, wie eine vom Ellenbogen verwischte Kohlezeichnung, und die gleichen verschwommenen Qualitäten zeichnen „DJ-Kicks“ aus. 

Sie neigt dazu, Melodien zu wählen, die voller Shaker, spröder Hi-Hats, 808-Glocken und anderen schimmernden, hohen Klängen sind; Ihre Kickdrums sind robust, aber rutschig, mit der Tendenz, um den Downbeat herum zu taumeln oder nach vorne zu rasen, als ob sie betrunken entschlossen wäre. Eine Ausnahme: „Temptation“ von Final Cut, ein Track aus dem Jahr 1989 aus einem frühen Projekt der Detroiter Techno-Ikone Jeff Mills, der mit fast industrieller Unerbittlichkeit zu Werke geht. Aber das ist, ähnlich wie der 1991 erschienene Track „Funky World“ seines Detroit-Veteranen Blake Baxter, eine Ausnahme, die hauptsächlich dazu dient, alles, was um sie herum passiert, in Szene zu setzen.

Durch diese Kombination aus Ätherischem und Exzentrischem hat Halo einen Mix zusammengestellt, der sich geschickt um ihre musikalischen Einflüsse dreht und gleichzeitig ein intimes Gefühl für ihre eigene Richtung als Produzentin und DJ vermittelt. Es handelt sich um eine nahtlose Sammlung, die fest im Zeitgenössischen verwurzelt ist und auf eine Musikerin hinweist, die die vollständige künstlerische Kontrolle besitzt.

8.0