Larkin Poe – Kindred Spirits

Folk, VÖ: November 2020
Mit einer Länge von etwa dreißig Minuten ist KINDRED SPIRITS von LARKIN POE ein Album, bei dem wir uns zurücklehnen und entspannen können. Voller beruhigender und heimeliger Gefühle ist es die Flucht, die so viele von uns in dieser chaotischen Zeit brauchen.

Larkin Poe, die singenden Schwestern Rebecca (normalerweise Gitarre) und Megan (normalerweise Lapsteel) Lovell, nehmen seit Jahren Cover auf und laden sie auf YouTube hoch, wobei die aktuelle Zahl bei fast 100 liegt. Die Lieder variieren im Genre; Möglicherweise hören wir einen Song der Allman Brothers, gefolgt von einem Song von Audioslave. Ihre musikalischen Interpretationen sind jedoch stets konzentriert und fesselnd. „Kindred Spirits“ überträgt das YouTube-Konzept auf Albumform und enthält sogar einige der gleichen Coversongs. „Fly Away“ von Lenny Kravitz, ein Ohrwurm eines Popsongs, wird zu einem zeitlosen Akustik-Blues, wobei Megan’s heulender Laptsteel dem Track eine emotionale Tiefe und Verzweiflung verleiht, die Kravitz selbst sich vielleicht nie hätte vorstellen können. 

„Ramblin‘ Man“ der Allman Brothers ist charmanter Country, Larkin Poe’s klatschende Hände halten den Rhythmus in Bewegung, ihre hübschen Stimmen verleihen dem Song eine andere Energie als die von Dickey Betts. Ihre Interpretation von „Bell Bottom Blues“ von Derek and the Dominoes wertet einen ohnehin schon erstaunlichen Song auf ähnliche Weise auf. Der Originalgesang von Eric Clapton ist wunderschön in seinem Schmerz, aber Larkin Poe lehnen sich an ihre eigene reine Gesangsschönheit an, unterstützt von einigen Lap-Steel-Schreien, die auf die untröstliche Traurigkeit des Liedes zurückgreifen. „Kindred Spirits“ ist nicht nur klagend. Es gibt fröhliche Cover wie „Who Do You Love“ (Bo Diddley) und „Crocodile Rock“ (Elton John). 

Es sind gelungene Interpretationen mit Killer-Lap-Steel/Dobro und Akustik Gitarre und sanfter Gesang, gesungen von Schwestern mit einer echten Verbindung zueinander. Dieses Album macht letztlich von Anfang bis Ende einfach großen Spaß und die Arrangements einer sorgfältig ausgewählten Reihe klassischer Lieder sind so gut, dass man es sich immer wieder anhören wird. Sehr empfehlenswert.

7.6