Kelsea Ballerini – The First Time

Country, VÖ: Mai 2015
THE FIRST TIME ist ein Album für alle Altersgruppen. KELSEA BALLERINI beweist dem Musikgeschäft, dass sie über ihre 21 Jahre hinaus reif ist. Der Crossover zwischen Country und Pop ermöglicht es der Sängerin, in beide Branchen einzutauchen.

Der aufstrebende Country-Star Kelsea Ballerini entwickelt sich zu einer der heißesten neuen Künstlerinnen des Genres. Manchmal ähnelt sie vielleicht einer Pre-Pop-Taylor Swift – dies gilt insbesondere für ihre Balladen, wo sie neben etwas erzählerischem Flair auch eine Verletzlichkeit offenbart – aber Ballerini, obwohl sie auf jedem der 12 Songs des Albums als Autorin mitwirkt, ist mehr Teil der Nashville-Maschine als Swift es jemals war. Ballerini schlüpft fröhlich in helle, flotte Melodien – den süßen Ungehorsam der ersten Single „Love Me Like You Mean It“ – und die gesamte Platte weist einen klaren Glanz auf, der sie ideal für das Radio macht. 

Trotz dieser klaren kommerziellen Absichten ist das Charmante an „The First Time“ die Tatsache, dass es keine Kompromisse eingeht und sich weder auf seinen glänzenden Sound noch auf aufdringliche Hooklines verlässt. Das Frustrierende ist, dass dieses Album die elektronischen Elemente, wie die wenigen spacigen Effekte oder einen Hauch von Hall herunterspielt, oder den Bass der Drum Machines aufhellt, um die Songs sanft zu ergänzen, wie auf dem einsamen, melancholischen Titeltrack, dem sanft schwebenden „Peter Pan“, „Secondhand Smoke“ oder die düstere Dunkelheit von „Stilletos“. 

Und obwohl die Melodien gut in den Pop-Country-Bereich passen, sind die meisten dank solide geschichteter Gitarren-Licks mit sanften, markanten Tönen oder der Verwendung weiterer Klaviere zur Verankerung der Tracks sehr gut umgesetzt worden. Mit anderen Worten, „The First Time“ von Kelsea Ballerini weist einige erhebliche Fehltritte auf – die Produktion tut ihr und ihrem Songwriting keinen Gefallen – aber es ist ein Debütalbum und das ist zu erwarten. Ballerini hat Talent als melodische Komponistin und Songwriterin mit einigen Nuancen, und wir brauchen mehr davon im Pop-Country.

7.9