Katie Melua – The House

Pop, VÖ: Mai 2010
Das Album THE HOUSE von Sängerin KATIE MELUA ist ein atmosphärisches, romantisches und manchmal unheimliches Album mit künstlerischem Alternative Pop für Erwachsene.

„I’d love to kill you by a stream/Where no one can listen you cry“, ist vielleicht kein Text, den man mit Katie Melua assoziieren würde, einer Frau, die vor allem für ein Lied über Fahrräder bekannt ist. Doch ihr viertes Album beginnt mit dem Versuch einer Mordballade, allerdings mit einem Rating von 10. Es ist nicht die einzige Überraschung: William Orbit kam aus der Altersteilzeit, um zu produzieren, Guy Chambers und Rick Nowels helfen den Co-Autoren und dem Manager (und Wombles-Schöpfer) Mike Batt – der auf einen einzigen Verdienst des abscheulichen „God On Drums, Devil On the Bass“ reduziert wurde. 

Der Opener „I’d Love to Kill You“ ist ein sorgfältig geplanter Track, der die Höhepunkte des Albums vorwegnimmt: geduldig, oft eisig distanziert, mit einem weitläufigen Backing, das sich ständig verändert. „No Fear of Heights“ drapiert dieselbe Formel über seidige Streicher und eine kaum wahrnehmbare Akustikgitarre. Obwohl „The House“ nie so stilistisch ambitioniert ist, hat es oft das angenehme Gefühl der unveröffentlichten Version von Fiona Apple’s „Extraordinary Machine“. Melua bleibt so etwas wie eine Chiffre, die von den Anforderungen von Orbit’s üppiger Hintergrundarbeit getrieben und gezogen wird. 

„Plague of Love“ hat den knochigen Mut von Bowie aus den 80ern und spielt sich wie eine lebhaftere Version von „China Girl“. Es gibt jedoch andere Probleme, meistens in der Nachlässigkeit von Melua’s Texten, die zu weit in geistloses Pop-Territorium abdriften: Zum Beispiel beginnt „Twisted“ mit dem oberflächlichen Couplet „Shouldn’t keep dreaming of you/It’s something I swore I wouldn’t do.“ Es gibt auch Zeiten, in denen ihre süße Stimme dem Kaliber des Materials nicht ganz gewachsen ist, wie bei „God on the Drums, Devil on the Bass“, das in den Händen einer Künstlerin wie PJ Harvey etwas wirklich Unheimliches hätte sein können.

Hier ist es ein etwas alberner Kostüm-Track, der es der Sängerin erlaubt, sich in einer aggressiveren Persönlichkeit zu versuchen. „The House“ ist ein kleiner Schritt für die Menschheit, ein großer Schritt für Katie Melua. Mindestens die Hälfte der Platte ist duftend edel und gelegentlich sogar schön. Leider lassen die Texte sie im Stich, besonders auf dem angesprochenen „Plague of Love“, das so banale Couplets enthält, dass Kate Nash wie eine surrealistische Dichterin wirkt.

6.9