Katie Melua – In Winter

Experimental, VÖ: Oktober 2016
Dies sind warm arrangierte, wunderschön ausgeführte Aufnahmen einer KATIE MELUA, die die schroffe, introspektive Schönheit eines ländlichen Osteuropas im Winter einfängt.

Das siebte Album „In Winter“ ist ein wunderschön gerendertes Werk zum Thema Feiertage, in dem die Singer/Songwriterin Katie Melua vom 25-köpfigen Gori Women’s Choir unterstützt wird. Das Album ist Melua’s siebte Studioproduktion und die erste seit der Trennung von ihrem langjährigen Mitarbeiter Mike Batt. Aufgenommen in ihrem Heimatland Georgia (Melua verließ sie im Alter von neun Jahren mit ihren Eltern), ist „In Winter“ ein üppig produziertes, durchdacht konzipiertes Album mit Arrangements des angesehenen Chorkomponisten Bob Chilcott. Der Gori Women’s Choir, eine gefeierte Institution, ist berühmt für seine eindringlichen klassischen Harmonien. Der auf Ukrainisch gesungene Eröffnungstrack „The Little Swallow“ setzt die Stimmung des Albums perfekt um, wobei die üppigen Gesangsharmonien das Gefühl der Stille hervorrufen, das einen verschneiten Tag begleitet. 

Bei einer Minute fünfundvierzig ist es eine wunderbar prägnante Einführung in das Album. „Perfect World“ zeichnet sich durch seinen sanften Aufbau aus, der nur aus der Paarung von Melua’s klarer Stimme mit einem rhythmischen Gitarrenriff anschwillt, das hervorragende Zurückhaltung demonstriert, wobei andere Instrumente und der Chor nach Bedarf in den Mix ein- und aussteigen. Die Percussion auf der Brücke des Tracks sorgt ebenfalls für eine schöne Erweiterung. Ein weiteres kurzes, vom Chor geprägtes Lied, „Cradle Song“, macht deutlich, warum Melua sich entschieden hat, mit dem Gori Women’s Choir zusammenzuarbeiten. Melua’s katastrophal falsch eingeschätztes Orchesteralbum „Secret Symphony“ von 2012 und das glanzlose „Ketevan“ von 2013 markierten das Ende ihrer schließlich erstickenden Zusammenarbeit mit Mike Batt, die sechs Alben umfasste.

Endlich frei, sie hat sich für ein saisonales Konzeptalbum entschieden und es funktioniert fast so gut wie ihr ausgefallenstes und bestes Album, „The House“. Man könnte „In Winter“ als stilvollen Lückenbüßer zwischen Melua’s letzter Aufnahme „Ketevan“ und ihrem nächsten Album ansehen. Dieses Album besteht aus mehr als 10 Songs, es ist ein kultureller Einblick voller ungehörter Geschichten. Es hat Persönlichkeit und Stil. „In Winter“ erinnert wirklich an die Jahreszeit, es ist charmant, wärmend und ergreifend.

7.5