Katie Melua – Call Off the Search

Classic AlbumsPop, VÖ: November 2003
Neben Norah Jones und Carina Round ist KATIE MELUA ein echtes Nachwuchstalent, das den Respekt verdient, den sie ihrer Musik entgegenbringt.

Das Debüt „Call Off the Search“ positioniert die schöne Katie Melua makellos zwischen Pop, zeitgenössischer Musik für Erwachsene und traditionellen amerikanischen Musikformen. Es ist eine gemütliche, leicht melodische Angelegenheit, zu der am Besten ein Glas Rotwein passt. Melua ist in Sowjetgeorgien und Großbritannien aufgewachsen und hat einen betörenden Akzent, der die Enden ihrer Phrasen färbt und ihrer samtigen, wenn auch gelegentlich nur zufriedenstellenden Singstimme Charakter verleiht. Das Problem ist, dass es nicht schwer ist, sich Melua vorzustellen, wie sie „Black Velvet“ bei American Idol unter tosendem Applaus und einer durchgängigen Billigung der Jury schmettert. 

Mentor/Produzent Mike Batt hat den Löwenanteil von „Call Off The Search“ komponiert, und obwohl seine Songs und seine Arrangements erstklassig sind, die Melua immer wieder einen theatralischen, aber schlichten Veranstaltungsort für ihre Interpretationen bieten, beschränken sich die eigenen Songwriting-Beiträge der Sängerin auf nur zwei Tracks (trotz unzähliger Fotos, auf denen sie mit einer Akustikgitarre posiert). „Belfast“, ein charmantes Lied über den Zusammenprall der Religionen in der irischen Stadt, und „Faraway Voice“, eine schöne Klage über die verstorbene Eva Cassidy, beweisen, dass Melua ein enormes Potenzial als Songwriterin hat, aber sie deuten auch darauf hin, dass ihre wahre Berufung eher im Folk denn als Jazz-Chanteuse zu finden ist.

Melua ist ein Talent, mit dem man angesichts der Qualität dieses Albums hoffentlich in naher Zukunft rechnen muss. Es ist fast durchgehend zu hören, abgesehen von einem ziemlich grellen Angebot von „Mockingbird Song“. Die Erlösung kommt jedoch während des üppigen „Tiger in the Night“. Jede, die Diana Krall seelenlos klingen lässt, hat etwas Besonderes, das es wert ist, auf den Tisch gebracht zu werden. Und Katie Melua hat das im Überfluss.

7.8