Katie Dey – Forever Music

Experimental, VÖ: Januar 2022
Während jede von KATIE DEYs Platten ein wenig heller war als die letzte, scheint die Musik von FOREVER MUSIC die erste zu sein, die echte Hoffnung bietet.

Katie Dey klingt etwas weniger einsam. Die australische Singer-Songwriterin hat hart dafür gekämpft, diesen Zustand zu erreichen, seit sie 2015 ihr von Pannen gesäubertes Debütalbum „asdfasdf“ zum ersten Mal veröffentlichte. Sie begann ihre Karriere damit, Musik zu machen, die das hohle, düstere Gefühl einfängt, zu viel Zeit online zu verbringen. Es waren frustrierte, Keyboard-mitreißende Popsongs über Solipsismus, Trennung und das Gefühl, zutiefst missverstanden zu werden. Ihre Stimme war oft bis zur Unkenntlichkeit in der Tonhöhe verschoben, analoge und elektronische Instrumente verwirbelten sich in einem chaotischen Nebel. Selbst in seiner schönsten Form war Dey’s abgedrehter Indie-Pop angespannt und überwältigend. 

Auf ihrem selbstveröffentlichten fünften Album „Forever Music“ löst sie sich von den düsteren Gefühlen, die ihre frühen Arbeiten trübten, und singt über die Möglichkeit der Liebe und den plötzlichen Reiz der Beharrlichkeit, wenn man etwas oder jemanden hat, für den es sich zu leben lohnt. „Forever Music“ zeigt, wie die experimentelle Pop-Künstlerin aus Melbourne einen mutigen neuen Ansatz in ihrer Karriere verfolgt. In einem Statement zum Album sagt Dey: „I think it’s the most vulnerable and straightforward music I’ve ever made. My voice is frequently unfiltered and dry and I tried to keep the songwriting and production as efficient and minimal as possible.“

Klanglich gibt es immer noch jede Menge elektronische Downbeat-Verrücktheiten, aber selbst hier fühlt sich die Musik strukturierter und geformter an als je zuvor. „Real Love“ ist eine schmuddelige Lo-Fi-Synthesizer-Hymne für Emotionsgeladene. Die übertriebenen Synthesizer und der sanfte Kick-Drum-Punch eignen sich hervorragend für äußerst dramatische Verse. Die letzten paar Titel des Albums gehen teilweise in etwas verträumteres und psychedelischeres über, sind aber auch eher akustisch angehaucht. Das abschließende Stück „Rot With Me“ ist fast eine Ballade mit Synthesizer-Streichern, trillerndem Klavier und Katie’s Stimme in einer höheren Lage. 

Der Titeltrack ist ein von Schlagzeug, Klavier und verschwommenen Pads geleitetes Stück – auch hier bleibt die Sache einfach und übersichtlich. „Forever Music“ ist letztlich eine emotional aufgeladene Suppe, die durch die Rationalisierung der musikalischen Arrangements und Gesangseffekte Klarheit erhält.

7.7