Kasabian – Empire

Indie RockRock, Februar 2006

Kasabian melden sich zurück. Zurück aus einer erfolgreichen und langen Zeit, die zumindest aus der Geld-technischen Sichtweiße alle Erwartungen übertroffen haben dürfte. Hinzu kamen viele musikalische Beisteuerungen in Kinofilmen wie The Guardian mit Kevin Costner und Ashton Kutscher, Lara Croft: Tomb Raider – Die Wiege des Lebens und natürlich wollen wir auch die diversen Videospiele nicht vergessen. Was tut man also nach so einer erfolgreichen Vergangenheit? Richtig. Eine zweite Platte aufnehmen, möglichst wenig daran verändern, noch radiotauglicher und noch kommerzieller produzieren. Schließlich schlägt manchmal einfach der unaufhörliche Gedanke durch, anspruchsvolle Musik würde sich ja doch nicht richtig verkaufen. Somit ist klar was einem auf der zweiten Platte ‚ Empire ‚ zu erwarten hat und dementsprechend gering fallen hier auch die Überraschungen aus. Einzig die beiden ersten Tracks ‚ Empire ‚ und ‚ Shoot The Runner ‚ überzeugen auf ganzer Linie, peitschen die Riffs ohne Wenn und Aber nach vorne, zücken bei der leisesten Gefahr Ihre Waffen und können über die ersten sieben Minuten tatsächlich ein Umdenken im journalistischen Kopf bewirken. Die Gedankenstränge sortieren sich neu, man bemerkt die zweite Platte von Kasabian scheint doch Potenzial in sich zu tragen und der NME hatte so unglaublich es auch klingen mag – Recht. Ach nein. Das kann nicht sein. Das wäre einfach alles gelogen, zu viel Schein, zu weit entfernt jeglicher Realität und das der New Musical Express für diese Art von Schaum-Träumereien das Patent darauf hat, ist wahrscheinlich auch für alle ernsthaften und bodenständigen Journalisten das Beste. Um die neue Platte von Kasabian gut zu finden, braucht es schon bewusstseinsveränderte Substanzen und auch wenn das alles ein wenig hart und übertrieben klingen mag, leider ist ‚ Empire ‚ ein dahin geworfenes, geschwollenes und nichtssagendes Album geworden, dem jegliche Identität geraubt wurde. Und so bleibt abschließend nur noch zu sagen was auch Kasabian sagen würden: „I’m a king and she’s my queen…bitch!“ Genau, was interessieren da noch Kritiken und Bewertungen der eigenen Untertanen? Reichlich wenig und wenn mit dieser Einstellung auch die nächste Platte produziert werden könnte, würde es vielleicht ohne den herrschenden Druck, seitens der bösen Plattenfirma, wieder mit der musikalischen Herrschaft nach oben gehen. Doch das bleibt erstmal abzuwarten.

4.1