Juliana Hatfield – Blood

Indie Rock, VÖ: Mai 2021
Das Cover von BLOOD – dem 19. Soloalbum der Rock-Ikone JULIANA HATFIELD – ist wunderschön und vollkommen beunruhigend. Es ist ein harmloses Bild einer schwebenden Frau mit einem schönen pastellfarbenen Hintergrund im Rücken – nur sind ihre Hände abgeschnitten und aus den abgetrennten Gliedmaßen fließt Blut.

Das 19. Solo-Studioalbum von Juliana Hatfield taucht tief in die dunkle Seite ein und beleuchtet die moderne menschliche Psychologie und das Verhalten. “I think these songs are a reaction to how seriously and negatively a lot of people have been affected by the past four years,” sagt Juliana. “But it’s fun, musically. There’s a lot of playing around. I didn’t really have a plan when I started this project.” Da die Pandemie die Sicherheit und Verfügbarkeit des Studios einschränkte, nutzte Juliana die Gelegenheit, in ihrem Haus in Massachusetts das Aufnehmen zu erlernen, wobei ihr Mitarbeiter Jed Davis aus Connecticut assistierte. “I did more than half the work in my room with Jed helping me to troubleshoot the technology, and helping with building and arranging some of the songs – and then I finished up with additional overdubs and mixing with engineer James Bridges at Q Division Studios in Somerville, MA.”

Die erste Single, „Mouthful of Blood“, ist düster und aggressiv, aber dennoch groovig und melodisch. Diese Dualität ist im gesamten Album vertreten. Es ist äußerst unterhaltsam und regt zum Nachdenken an. Anspruchsvoll, aber eingängig. Anspruchsvoll, aber tanzbar. Die elektronischen Rhythmen und computergesteuerten Gitarreneffekte verleihen dem Album eine grobe Note, eine Nervosität, die dazu beiträgt, die Angst und das Grauen in den Vordergrund zu rücken. Hatfield hüllt diese komplexen Gefühle in den Mantel kühner Hooks und moduliert das Album so, dass es sanftere, fast meditative Momente aufweist, die eine kleine Atempause bieten. All die wechselnden Klänge und Emotionen verleihen „Blood“ eine unruhige Unterströmung, die der Unmittelbarkeit ihrer Melodien entgegenwirkt, aber diese Spannung ist nicht nur provokativ, sie ist auch nährend.

„Blood“ ist ein herausforderndes Album für herausfordernde Zeiten. Aber sein Kommentar, die akustischen Experimente und die Hingabe an die Melodie könnten genau das sein, was wir jetzt brauchen. Es ist aufregend, eine Künstlerin zu sehen, die trotz eines beachtlichen Katalogs weiterhin Jahr für Jahr die beste Musik ihrer Karriere macht.

7.5