Joss Stone – LP1

R&BSoul, VÖ: Juli 2011
Diesmal ist JOSS STONE weniger Aretha und mehr Janis. Produzent Dave Stewart (von Eurythmics) arbeitet zum ersten Mal mit ihr zusammen und strebt einen viel härter-rockigeren Sound als je zuvor an.

Joss Stone ist vielleicht nicht die originellste Künstlerin in der Welt der weißen englischen Soulsängerinnen, aber ihr fünftes Album „LP1“ könnte das teilweise Gegenmittel sein, das wir brauchen, um den Post-Winehouse-Blues zu heilen. Auf „LP1“ greift die 24-jährige Britin zu ihrem immer sanfter werdenden Soul-Pop-Sound und entlädt dabei 10 Tracks tiefgründigen Blues. Auf dem Cover der Platte sind bewusst Stone’s Lippen und ihre gepiercte Nase zu sehen. „LP1“ wurde unabhängig veröffentlicht und ist eine Koproduktion zwischen ihrem eigenen Label Stone’d Records und Stewarts Surfdog-Konzern. Sicherlich kann Stone nun auf die Lebenslektionen eines Jahrzehnts in Los Angeles und eine tiefe Ader der Exzentrizität zurückgreifen. Eine Woche Aufnahmesessions in Nashville hätte vielleicht etwas Erstaunliches hervorgebracht.

Stattdessen ist „LP1“ ein weiteres Joss-Stone-Album, übersät mit verschiedenen Retro-Soul-Elementen und gummiartigen Vocal-Theaterstücken. Es ist trotzig, aber nur dadurch, dass Stone in „Karma“, einem Funk-Track, der an Lenny Kravitz erinnert, einen Mann als Schlampe bezeichnet. Es ist ein bisschen verrückt, aber nicht so, wie man es sich erhofft. „Landlord“ handelt von einem Rendezvous, das damit beginnt, dass der Typ von unten das Loch in Joss‘ Dach repariert. Sie ist genau am richtigen Ort wo sie in ihrer Karriere sein sollte, wenn dies tatsächlich ihre erste LP wäre. Aber es ist nicht. Dies ist eine völlig akzeptable Leistung, aber es macht deutlich, dass Stone gerade mal ein Jahrzehnt in einer Karriere steckt, die zunächst wie eine vielversprechende Karriere aussah. 

Es ist an der Zeit, dass sie den Rückblick hinter sich lässt und wirklich darüber nachdenkt, welche Art von Musik sie gerne machen würde.

6.9