Josephine Foster – Godmother

Country/Folk, Februar 2022
GODMOTHER führt Synthesizer ein, um einen atmosphärischen Dream-Pop-Hintergrund für den neuen psychedelischen Folksong-Zyklus von JOSEPHINE FOSTER zu schaffen. Es stellt eine leichte Abkehr von ihrer üblichen Ästhetik dar, aber es ist eine, die absolut Sinn macht.

Josephine Foster erkundet auf ihrer Platte neue Horizonte und denkt über die Erde nach, wie sie sich entwickelt und mit der Geisterwelt verbindet, und wir hören, wie sie über eine Zukunft nachdenkt, die manchmal düster erscheinen mag, von der sie aber letztendlich hofft, dass sie sich zu etwas Vollkommenen formen wird. Josephine Foster entfernt sich auf „Godmother“ weiter von ihren Folk-Wurzeln als je zuvor. Während Foster eher für ihre jenseitige Stimme als für die Instrumentierung, die sie umgibt, bekannt ist, erzwingt sie auf dem neuesten Album einen Riss in der kosmischen Bindung, indem sie den weichen Schoß elektronischer Präzision in das Grundgestein einsickern lässt und Synthesizer die Gitarren verdrängen, die bisher einen großen Teil ihres Schaffens geprägt haben.

In „Godmother“ zu schweben ist, als würde man langsam in ein reichhaltiges und wundersames Kinderlied-Vergnügen eintauchen. Die amerikanische Singer-Songwriterin Josephine Foster legt mit einer akustischen Gitarre und einer schwebenden Stimme den Eröffnungstrack „Hum Menina“ ein, bevor sie die Schleusen zu einem Meer aus wirbelnden Synthesizern öffnet. Wir baumeln an einem goldenen Faden in einem magischen Psych-Folk-Traumland. Diese Metamorphose vollzieht sich langsam, die nach und nach neue Sounds in Foster’s vertraute Gitarrenklänge und stufenförmige Stimme einführen. Wir hören das langsame Anschwellen von Synth-Tönen, das stetige Pulsieren einer gedämpften Kick-Drum und die tiefen Synth-Bässe inmitten einer kosmisch elektronischen Atmosphäre.

Und wenn wir etwas Musik brauchen, die uns in diesem seltsamen Winter voranbringt, dann wird „Flask of Wine“ es für uns tun. Foster’s Musik zu hören fühlt sich manchmal wie das Audio-Äquivalent an, einen vor langer Zeit verlassenen Dachboden mit Spinnweben zu betreten und über längst vergessene Artefakte von seltener Schönheit zu stolpern. Es reicht vielleicht nicht aus, sie aus dem musikalischen Schatten zu holen (ein Ort, an dem sie gerne bleiben möchte), aber es zeigt, dass sie in der Lage ist, eigenwillige alternative Wege zu gehen und gleichzeitig ihre Position als unverwechselbare, einzigartige Künstlerin zu festigen.

8.0