John Dwyer – Gong Splat

JazzRock, Dezember 2021
GONG SPLAT ist das neue Instrumentalwerk von JOHN DWYER und damit natürlich auch ein improvisiertes Soloalbum. Und wie wir es erwarten, ist die Platte mit einer Wand voller Geräusche gefüllt, die wie ein Richtrad wild und ungestüm herumwirbeln.

Wie The Fall, oder früher The Thermals, veröffentlicht auch John Dwyer regelmäßig dieselben Alben, die sich jedoch eindrucksvoll von seinem eigenen und dem anderer unterscheiden. Der Titel seiner neuesten Platte scheint eher eine Anspielung auf die Band Gong als auf das Instrument zu sein, da es ein bisschen die skurrile Space-Rock-Atmosphäre verkörpert und gleichzeitig die verrückte Seite der Jazz-Fusion vereint. Der eröffnende Titeltrack wendet Cuica und sengende Ausbrüche von Synthesizer- und Gitarren-Feedback auf einen schiefen, aber funky Groove an und setzt damit diesen wilden Ritt in Bewegung. 

„Cultivated Graves“ hat ein schnelleres Tempo, fühlt sich aber etwas weicher und distanzierter an, wobei Coates‘ hoffnungsvolle Bassline im Zentrum steht und alles andere in Wellen darum herum fließt. Das neunminütige „Yuggoth Travel Agency“ ist eine astrale Schlittenfahrt, die mit Glocken und sirenenartigen Synthesizern ausgestattet ist, die die entspannteste Stimmung des Albums aufrechterhält und es dennoch mit genug Lärm aufpeppt, damit es nie zu bequem wird. Die restlichen Tracks sind alle kürzer, aber „Hypogeum“ hat vielleicht den flüssigsten, feierlichsten Rhythmus auf der Platte, mit rauschenden Synths, die wie ein Twister auf der Kirmes um die Rhythmusgruppe rotieren.

Wer eher ein Rockfan als ein Jazzfan sind, erinnert die Ergebnisse der Improvisation dieser Crew vielleicht an Can oder an die abgelegenen Songs von Electric Ladyland. Es gibt sicherlich auch Tausende gültiger Jazz-zentrierter Referenzpunkte. Der Punkt ist, wer eine Vorliebe für groovige, schräge, aber übernatürlich fokussierte Zusammenkünfte von Musikern hat, die es besser wissen, als ihre Abenteuer an langweiligen Orten auszuleben, der sollte sich hier unbedingt mal einklinken.

8.0