Jessica Simpson – Sweet Kisses

Classic AlbumsPopR&B, VÖ: November 1999
JESSICA SIMPSON, eine melodramatische 19jährige, zwitschert freche Mariah Carey-Ismen auf ihrem Debütalbum SWEET KISSES.

Sie kann mehr als nur das geben – „I Think I’m in Love With You“ steht Britney näher als Celine Dion, was diesem Album bereits Abwechslung verleiht. Sicher, Jessica Simpson vertieft sich in den schäumenden Dance Pop, der das Handwerkszeug des Teen Pop ist, aber das Herz ihres Albums liegt in erwachsenen zeitgenössischen Balladen wie ihrem großartigen Song „I Wanna Love You Forever“, ein Duett mit Nick Lachey, der ihr die Chance gibt, mit dem Reichtum Ihrer Stimme anzugeben. Textlich ist das Album eine Sammlung voller Lieder über Liebe und verlorene Liebe. „Final Heartbreak“ handelt von einem Mädchen, das einen Typen richtig behandeln will. Simpson schreibt Gott zu, dass er ihr einen Seelenverwandten geschickt hat („My Wonderful“). Sie schätzt auch Vertrauen und Fürsorge in romantischen Freundschaften („Your Faith in Me“). In „Heart of Innocence“ verspricht Simpson, für den Mann ihrer Träume (vermutlich ihr zukünftiger Ehemann) Jungfrau zu bleiben. „Woman in Me“ betont die innere Schönheit.

Der schlimmste Moment ist der ausgewaschene Saft von „Where You Are“. Es ist beängstigend genug, dass man ihre Stimme nicht von der ihres Freundes Nick Lachey unterscheiden kann. Dann ist der Song so triefend, dass man um den eigenen Blutzuckerspiegel bangen muss. Tatsache ist, dass Simpson mit diesem Debüt beweist, dass sie sehr wohl ein Teenie-Popstar sein, und den Übergang zur erwachsenen Künstlerin schaffen könnte – und das bringt sie in eine Liga mit Christina Aguilera und den Backstreet Boys. Jessica Simpson’s Debüt „Sweet Kisses“ bietet letztlich ein paar sehr gute Balladen, dazu begeistert ihre erstaunliche Stimme – aber einige dieser kitschigen Songs zeigen ihr Talent (noch) nicht wirklich.

5.9