Jessica Simpson – Happy Christmas

ChristmasPopR&B, November 2010
JESSICA SIMPSON mag darauf bedacht sein, allen Menschen alles zu bieten, aber ihr Eifer, es allen recht zu machen, passt zur Jahreszeit und trägt dazu bei, dass HAPPY CHRISTMAS zu einem besseren Weihnachtsalbum als ihr letztes wird.

Nachdem ihr Wechsel in den Country keinen Vertrag mit einem großen Label einbrachte, gab es für Jessica Simpson eine klare Option: Eine Unterschrift bei Ellen DeGeneres‘ jungem Label Eleven Eleven, um ihr zweites Weihnachtsalbum herauszubringen. Verglichen mit dem blechernen „Rejoyce: The Christmas Album“ von 2004 existiert „Happy Christmas“ auf einer kleinen Bühne: Simpson schmettert keine Songs heraus, scheint nicht darauf bedacht zu sein, das Publikum mit ihrem Elan zu begeistern und möchte auch nicht das schnelle Geld mit einer Weihnachtsplatte machen. 

Man kauft ihr wirklich ab, diese Zeit einfach nur zu lieben und ihr Handwerk dafür einsetzen möchte, um ihre Gefühle mit anderen zu teilen. Dies ist eine reife Jessica, die klassische Lieder mit Respekt singt, einige neue Lieder mit Freude vorträgt und uns unweigerlich in festliche Stimmung kommen lässt. Dabei vergisst man oft, dass Jessica als reine Sängerin angefangen hat, über einen wahnsinnigen Stimmumfang verfügt und Songs aus Pop, Balladen und Gospel mit purer Emotion anpacken kann. Ein Umstand, der auf Ihren Alben bisher leider meist wenig zur Geltung kam.

In „Happy Christmas“ schlüpft sie in den altmodischen Modus, der hier wunderbar funktioniert, und beginnt mit dem von Phil Spector gestylten „My Only Wish“, wobei sie unbeschwert durch ein Medley aus „Here Comes Santa Claus/Santa Claus Is Coming to Town“ navigiert. Sie setzt ihr ernstes Gesicht bei „Happy Xmas (War Is Over)“ auf und singt liebenswürdig mit John Britt bei „I’ll Be Home for Christmas“ und mit Willie Nelson auf „Merry Christmas Baby“. Fazit: Jessica steckt ihr Herz und ihre Seele in diese CD. Ihr Gesang ist exquisit, unabhängig von der Art des Songs. Sie hat noch nie besser geklungen.

7.3