Jenny Lewis – Rabbit Fur Coat

Country, VÖ: Januar 2006
Als Frontfrau der beliebten Indie-Rock-Band Rilo Kiley begann Jenny Lewis 1998, Lieder über Liebe, Herzschmerz und Altern zu singen. Nachdem sie sich eine solide Fangemeinde aufgebaut hat, zeigt JENNY LEWIS mit ihrem Solodebüt RABBIT FUR COAT, dass sie auf eigenen Beinen stehen kann.

Linda Ronstadt hatte nie Lust, ihr eigenes Material zu schreiben. Als sie ein Lied fand, das ihr gefiel, sang sie es, und niemand beschwerte sich darüber, dass ihre größten Hits Coverversionen waren. Jenny Lewis, ausgestattet mit einer schönen Stimme und zu wenig Material, hätte den gleichen Weg einschlagen sollen. Auf ihrem Solo-Debüt und ihrer bisher Soul/Country-Platte glänzt Lewis‘ Gesang und die intimen Darbietungen hinterlassen einen großartigen ersten Eindruck, aber letztendlich gibt ihr das Material Halt.

Die Produktion ist fesselnd: Die Toningenieure – in erster Linie Bright Eyes Mann Mike Mogis – sind immer bereit für die Nahaufnahmen von Jenny Lewis, vom schwebenden A-cappella-Eröffnungsstück bis zu den akustischen Balladen, in denen sie ihre Stärken und Nuancen voller Hingabe einfangen. Die Watson Twins verdienen ihrem Album auch mit großartigen Gospel-Harmonien Tribut. Jenny Lewis stammt aus der Szene rund um Saddle Creek. Ihr Solodebüt ist eine nicht ganz altbackene Country-Platte, die sie mit den (weißen) Gospelsängern und eineiigen Zwillingen Chandra und Leigh Watson gemacht hat. 

Dies deutet auf eine etwas südlichere Herangehensweise an das Genre hin, als „Rabbit Fur Coat“ am Ende klingt. Es spielt mit Genres, bietet raffinierte Wendungen und eine fesselnde emotionale Schärfe, aber das Spiel und die Produktion – mit freundlicher Genehmigung einer Schar von Indie-Koryphäen – sind hübsch, aber weder ausgefallen genug, um uns zu packen. Letztlich ist die Musik auf „Rabbit Fur Coat“ hübsch und rein, aber ohne schüchtern, niedlich oder naiv zu sein.

7.0