Jade Bird – Different Kinds Of Light

AmericanaCountryFolkIndie Rock, VÖ: August 2021
Unvollkommenheiten oder keine Unvollkommenheiten, JADE BIRD macht auf DIFFERENT KINDS OF LIGHT selten einen Fehler; eine fröhliche Angelegenheit von Anfang bis Ende.

Mit fünfzehn Tracks läuft „Different Kinds Of Light“ im Minutentakt, und einige der wahren Juwelen könnten aus diesem Grund übersehen werden. „Prototype“, der letzte Track, ist ein Album-Highlight. Bird’s Refrain „I love you and I think I always will“ wird von einem Mundharmonika-Riff gefolgt, der insgesamt so süß klingt, wie es sich anfühlt, eine andere Person zu lieben. „Rely On“ ist ähnlich beeindruckend, mit Bird’s ätherischer Stimme, die von einem mutigen E-Gitarren-Beat widerhallt. Das Potenzial, das Bird auf diesen Tracks zeigt, in denen sie den ausgetretenen Pfad verlassen hat, um verschiedene Instrumente prominenter ins Spiel zu bringen, ist immens. 

Dieses Album zeigt die Musikerin von ihrer stimmlichen und poetischen besten Seite und setzt dunkle Themen gegen beschwingte Melodien, ein Trick, der in den hoffnungsvollen Rhythmen von „Headstart“ und dem liebeskranken „Prototype“ auftaucht. Bird hat erklärt, dass sie bei der umfassenden Erforschung des Verliebens und der Flucht aus der Vergangenheit in „fiktionale Charaktere“ gefesselt ist, die nur in ihrem „Gedanken, ihrer Erinnerung und ihrer Vorstellungskraft“ existieren. Ein Großteil der Platte dreht sich um ein müßiges oder abwesendes Liebesinteresse (wie „Rely On“ und „Houdini“), während feministische Gefühle das lebhafte, bluesige „I’m Getting Lost“ und das raue „Candidate“ durchdringen. 

Bird’s breite Palette an musikalischen Einflüssen ist in „Now Is The Time“ zu hören, wo leichte Gitarrenriffs auf bissige Bob-Dylan-artige Lyrik treffen, gepaart mit gefühlvollem Bee-Gees-Flair: „If I had a penny for all your potential / I’d be left drowning in my mouthful of metal.“ Ein weiterer Aspekt ihres Schreibens und ihrer Musik, für den Bird vielleicht nicht genug Anerkennung bekommt, ist ihre Fähigkeit, eine herzzerreißende und introspektive Ballade zu schreiben. „Red White and Blue“ zeigt, dass Bird allein mit einer Akustikgitarre so verheerend schön sein kann, wie jede vollwertige Rockband, wenn aller Schnickschnack zurückgenommen wird.

„Different Kinds Of Light“ schreit danach, auf einer Spätsommerfahrt gespielt zu werden, bei tiefstehender Sonne, heruntergelassenen Fenstern und einem langen Straßenabschnitt. 

7.0