IDLES – TANGK

Rock, VÖ: Februar 2024
TANGK der IDLES ist ein Liebesalbum – offen für jeden, der etwas laut schreien muss, um das drohende Gefühl der Leere abzuwehren, jetzt oder für immer.

Angesichts der erhobenen Stimmen, der stumpfen Geradlinigkeit und der punkigen Kommentare der Band zur bisherigen Politik erscheint es absurd, ein Album, das ausschließlich aus Liebesliedern besteht, auf Papier zu veröffentlichen. Aber dieses Album hat immer noch den IDLES-Charme. Der Aufstieg der IDLES verlief scheinbar rasend schnell; Es ist verrückt zu glauben, dass ihr Debüt und die damit verbundene nationale Anerkennung fast sieben Jahre her sind. Trotz einiger sinnloser Gespräche über die Punk-/Klassenqualitäten der Band ist es der Band gelungen, ein echtes Gemeinschaftsgefühl mit ihrer Fangemeinde aufzubauen und sich mit jeder Veröffentlichung weiterzuentwickeln. 

Die Themen ihrer Lieder, die psychische Gesundheit, toxische Männlichkeit und Selbstzerstörung thematisieren, sind mit der Zeit immer raffinierter geworden. Mit dem herausragenden „Crawler“ aus dem Jahr 2021, bei dem die Band sich der Elektronik zuwendet, haben die Jungs erneut einen gewagten Klangwechsel vorgenommen, diesmal mit dem Radiohead-Produzenten Nigel Godrich an der Seite. Beim ersten Hören ist „TANGK“ – ausgesprochen „Tank“ – das melancholischste und melodischste Album der Band. Wenn man jedoch tiefer eintaucht, wird man schnell feststellen, dass dies auch das hoffnungsvollste ist. Dies ist ein Album voller Liebe, Freude und Beharrlichkeit.

Die Platte wird von drei Produzenten begleitet: dem Gitarristen Mark Bowen (der die Seele der Band trifft), Kenny Beats (der die Farbe hervorbringt und dafür sorgt, dass alles knallt) und dem langjährigen Radiohead-Mitarbeiter Nigel Godrich (der, nun ja, diese magische Sache macht). Auf „Jungle“ herrscht eine vollmundige „In Rainbows“-Stimmung, die ultimative Ode an Talbot, der das Licht erblickt: „Save me from me – I’m found, I’m found, I’m found“. Die hauchdünne Reinheit von „Grace“ lässt Talbot zärtlich schwören, dass es „No god, no king, I said, love is the ‘fing“ gibt. 

Das Motiv und das Mantra sind die treibende Kraft auf „TANGK“, und die Platte endet nicht mit einem Schrei, sondern mit dem friedlichen und jazzigen Punkt von „Monolith“, wenn der Frontmann gelassen abschließt: „I found myself my own king, I took his crown, I took his rings“. Das Entfernen der Juwelen unseres dickfingrigen Monarchen ist für das Establishment hier weniger ein „Fick dich“ als vielmehr die Erkenntnis, dass man ohne Selbstwertgefühl und ein wenig Dankbarkeit nichts ist. Wut ist eine Energie, aber Liebe ist die Antwort.

8.0