Hurray for the Riff Raff – Young Blood Blues

CountryFolk, VÖ: März 2010
Teils Dokumentation einer Pilgerreise, teils Trauerritual, teils Gesangbuch. HURRAY FOR THE RIFF RAFF präsentiert uns ein Album, dass mit einer Warnung einhergehen sollte: Die traurige Stimmung ist ansteckend.

New Orleans ist eine eindrucksvolle Stadt. Es ist die Heimat des Jazz und des Delta Blues, eine Stadt voller Musikgeschichte und Prestige. Da scheint es passend, dass diese dreiköpfige Truppe auf ihrem Debütalbum die reiche Geschichte ihrer Heimatstadt aufgreift, einen Wirbelsturm aus traditionellen Folk-Instrumenten und einem ausgesprochen modernen Sinn für Dramatik. Die Vermittlerin dafür ist die Sängerin Alynda Lee Segarra, die über die wellenförmige, ausdrucksstarke Stimme verfügt, die Fans von Regina Spektor oder Cold War Kids lieben – unbestreitbar ein Vorteil, den ihre Band verständlicherweise ausnutzt. Unglücklicherweise spielt der Gesang eine zentrale Rolle im gesamten Album und degradiert die Musik sozusagen auf bloße Hintergrundmusik.

Obwohl die Platte immer fest im staubigen Sand von New Orleans verankert ist, klingt sie, als würde sie durch die Seitenstraßen der vergangenen Boheme und windgepeitschten amerikanischen Ebenen streifen, bevor sie entschieden verloren und allein durch schmutzige Städte huscht. Lee besingt in dem heidnischen, stampfenden Song „Is That You?“ davon, wie sie den Geist eines Liebhabers gesehen hat, weint in „Daniella“ über einen „broken down old heartbeat“ und akzeptiert, dass der Abschied angesichts der traurigen Tränen der Geigen in „Junbugwaltz“ unvermeidlich ist.

Obwohl sie von Akkordeons, Streichern und freundlicher Percussion begleitet wird, erscheint sie wie eine hohle, zusammengesunkene Hülle ihrer selbst, und ihre Stimmung bricht weiter zusammen, während das Album vom melodischen, druckvollen Klavier des eröffnenden Tracks zu den verwobenen Gitarrenmustern des Trauerlieds übergeht. Tatsächlich kommen die besten Momente, wenn Segarra die Dynamik ihrer Stimme zügelt und die Musik sie viel besser ergänzt. „I Know You“ ist eine spärliche Klage, die nur von Banjo und einer fernen, traurigen Trompete untermalt wird und von der sie profitiert. 

Alynda Lee Segarra ist eine Sängerin, der es offensichtlich nicht an Talenten mangelt, aber vielleicht ist es das junge Blut, das dem Titel des Albums zugrunde liegt, das sie dazu gebracht hat, zu zeigen, was sie kann, und nicht das, was sie vielleicht sollte.

6.9