Hurray for the Riff Raff – Small Town Heroes

Americana, VÖ: März 2014
Die Musik von HURRAY FOR THE RIFF RAFF ist schlicht und elegant, ihre Songs basieren auf ihrer Stimme und ihrer Akustikgitarre und werden durch Geige, Klavier, Banjo, dezente Percussion und gelegentlich durch eine leise E-Gitarre ergänzt.

Für Alynda Lee Segarra, eine in der Bronx geborene Puerto Ricanerin, die sich für Bikini Kill interessierte, bevor sie Woody Guthrie entdeckte, ist die Vergangenheit nichts, was man verehren sollte. Vielmehr muss es endlos und aggressiv vernommen werden. „Small Town Heroes“ nimmt großzügig Anleihen bei Traditionen aus alten Zeiten, darunter Appalachian Reels, Big Easy R&B und Piedmont Blues, doch diese Songs verleihen alten Klängen und Ideen eine frische und listige Note. Segarra schreibt Jesse Fuller’s „San Francisco Bay Blues“ um, betitelt ihn in „The New SF Bay Blues“ und wechselt das Thema von einer ungerecht behandelten Frau zu einem kaputten Reisebus: „You’ve been a good old wagon/ You got me there in style”. 

„Crash on the Highway“ ist eine subtile Neufassung von Roy Acuff’s „Wreck on the Highway“ und erinnert mit seinem zweistufigen Beat an die Langeweile und Frustration des Staus. Dies sind Lieder über das Touren als Wanderer; Anstatt per Anhalter zu fahren und Züge zu überspringen, tourt Hurray for the Riff Raff mit ihrer Band in einem kleinen Van durch das Land. „Small Town Heroes“ klingt vielleicht nicht so, wie man es von einem Album aus New Orleans erwarten würde, aber es ist im Sinn für musikalisches Abenteuer dieser Stadt verankert. 

Ihre Folk-Roots-Musik wirkt sowohl altmodisch als auch modern, von den drogengeschädigten Charakteren des Titelsongs über die jungen Revolverhelden in „St. Roch Blues“ bis hin zur Heldin von „The Body Electric“, einer feministischen Erwiderung auf frauentötende Mordballaden. Bei Segarra’s geschmeidigem, intimem Gesang geht es um mehr als nur darum, eine musikalische Vergangenheit heraufzubeschwören – sie will eindeutig auch die Zukunft gestalten.

7.0