Hurray for the Riff Raff – My Dearest Darkest Neighbor

Rock, VÖ: Juli 2013
Für eine Musikerin, die den größten Teil ihres Lebens auf Tour verbringt, sind die Lieder, die man kennt und liebt, eine der einzigen Beständigkeiten. Sie vermitteln ein Gefühl von Heimat. Diese Lieder waren in einer dunklen Stunde für ALYDNA LEE SEGARRA da.

Nennen wir es den tiefen Atemzug vor dem Sprung. Während Hurra for the Riff Raff sich darauf vorbereitet, mit ATO (Heimat von Alabama Shakes) in den Major-Label-Pool einzutauchen, gönnt sich die Alternative-Country-Künstlerin Alynda Lee Segarra zunächst einen ruhigen Moment mit „My Dearest Darkest Neighbor“. Diese weitgehend akustische Sammlung ist möglicherweise ihr letztes Indie-Werk und schwelgt im Low-Fi: den Händeklatschen, dem Fingerpicking, der leichten Verzerrung (besonders bei Joni Mitchell’s „River“), dem Gefühl von Ruhe und Leichtigkeit. Nie ist dies stärker zu spüren als in Gillian Welch’s „My Morphine“. 

Es ist ein trauriges Lied, wenn es jemals eines gab, und diese Version klingt, als wäre es in der dunkelsten Einsamkeit aufgenommen worden. Man kann fast spüren, wie sich die Wände um einen herum schließen, während Alynda Lee ihren Kummer in die Nacht jodelt. „Cuckoo“ hat Segarra geschrieben und passt gut zu diesen Klassikern. Eine weitere langsame, traurige Country-Ballade über die verlorene Liebe in der großen Tradition der Vorgänger. Wie alle Hurray For The Riff Raff-Songs ist es gut geschrieben und hier wird es wunderschön aufgeführt. Segarra singt:

„Jack of Diamonds, Jack of Diamonds, you have robbed me and now I’m poor. How I wish I had Jack of Diamonds, when I was on that gamblin’ floor. Gonna ride my horse of auburn, to the valley where there ain’t no pain. I am going out to the country, where there ain’t no one knows my name.“ Diese Lieder klingen vielleicht sanft, aber in ihrer Dunkelheit gibt es keine Spur von Sentimentalität. Das gesamte Album ist eine Offenbarung.

7.9