Hurray for the Riff Raff – Look Out Mama

CountryFolk, VÖ: August 2012
In gewisser Hinsicht sind die zehn Titel hier durch und durch Trad-Country, aber mit Andrija Tokic als Produzent und dem verzweifelten, kehligen Gesang von ALYNDA LEE SEGARRA im Vordergrund ist LOOK OUT MAMA herrlich authentisch und durchweg lohnend.

Obwohl Hurray for the Riff Raff in den Randbereichen Trost und Verbundenheit findet, spricht ihr neuestes Album „Look Out Mama“ mit einer erweiterten Klangpalette, die die wohlverdiente Aufmerksamkeit der Mainstream-Musikpresse auf sich zieht. „Look Out Mama“ ist das Ergebnis einer Ansammlung von Randbegegnungen und Erlebnissen, die dazu führten, dass sie sich einer Honky-Tonk-Tourneeband namens Tumbleweeds anschloss. Die Ergebnisse sind spektakulär, so wie sie uns mit ihren süßen Jodlern, die sie im Titeltrack einstreut, mitreißen kann, kann sie uns in „What’s Wrong with Me“ in die gefühlvollen, sehnsuchtsvollen Tiefen entführen. Ihre psychedelische „Ode To John And Yoko“ macht deutlich, dass sich die Windfahne auf diesem Album dreht, sie deckt eine Fusion von Einflüssen aus Folk’n’Blues, Country, Soul, Roots und Rock’n’Roll ab, ein Spiegelbild über ihre Wahlheimat New Orleans, aus der dieses Album stolz hervorgeht.

Der eröffnende Track „Little Black Star“ verwandelt die Appalachian-Ballade des amerikanischen Folk-Pioniers John Jacob Niles in eine wunderschöne Country-Nummer, wobei Segarra’s ohnmächtige Stimme sich um Geige, Händeklatschen und männlichen Doo-Wop-Gesang wickelt. Die Einbeziehung des Louisiana-Souls, die sich durch dieses Album zieht, verleiht „Look Out Mama“ seine Wärme. Vom Surfrock von „Lake Of Fire“ bis zum langsam brennenden Southern Gothic von „Riley“ ist Alynda Lee Segarra in der Lage, ihre bezaubernden Gesänge über eine Vielzahl von Genres zu legen. Ihre Stimme, eine Mischung aus der Resonanz von Loretta Lynn, kombiniert mit dem konfessionellen Schimmern von Lucinda Williams. Segarra’s Gesang ist manchmal trotzig vor Selbstvertrauen und doch zerbrechlich vor Verletzlichkeit und fesselt von der ersten Strophe an, die sie singt.

Mit dem spärlichen „Something’s Wrong“ endet Segarra, aufgenommen auf ihrer Veranda mit nur einer Gitarre und dem Klang eines Regensturms, der über die Dächer und Sümpfe von New Orleans fällt. Alynda’s Geschichte ist eine Geschichte von Mut, Stärke und Entschlossenheit, etwas, das auf diesem großartigen Album sehr transparent und offen dargestellt wird.

7.5