Highasakite – Silent Treatment

ElectronicPopRock, Juli 2013

Endlich. Endlich haben es Highasakite aus Norwegen geschafft. Ihre Musik ist in Albumform endlich auch in Deutschland erschienen. Wer Highasakite bisher nicht kannte, dem sei hier kurz eine Beschreibung mit auf den Weg gegeben: Ihre Melodien und Instrumentierungen sind verwegen und gleichzeitig unaufdringlich. Highasakite machen wunderschöne Pop-Musik. Was einem zudem sofort ins Gehör fallen wird, sind die bulgarischen Chöre. „Ich fand das richtig cool und wusste nicht, wie sie so klingen konnten“, erzählt Sängerin Ingrid Helene Håvik. Mit dazugehörigen außerdem Trond Bersu, Øystein Skar, Marte Eberso und Kristoffer Lo. Ihr eröffnendes Stück ‚ Lover, Where Do You Live? ‚ wird von sanften Instrumentierungen getragen. Diese sind reduziert und voller Intimitäten. ‚ Since Last Wednesday ‚ lässt sich daraufhin von surrealistischen Stromschnellen treiben, vorbei an donnernden Schlägen und schillernden Synthies. Dazwischen tummeln sich rätselhafte und bittersüße Harmonien, sowie die ergreifende Zeile: „No one has seen or heard from him since last Wednesday.“ Doch was Highasakite neben textlicher Tiefe und vielschichtigen Kompositionen am besten können, ist große Pop-Refrains inmitten struktureller Komplexitäten zu schreiben. Es gibt natürlich auch gelegentliche Fehltritte. Doch erinnern uns diese nur daran, dass auch Highasakite nur Menschen sind und Ihrem unberührten Pop dennoch keine Gründe geben, diesen in irgendeiner Art und Weise kritisch anzumahnen. Es ist leicht jeden dieser kleinen Fehler zu übersehen. Einfach deshalb, weil der Rest der Platte so verdammt herlich ist. Vom energischen ‚ I, The Hand Grenade ‚ bis zur emotionalen Pille ‚ My Only Crime ‚ verliert ‚ Silent Treatment ‚ weder Charme noch seine erschreckend schöne Brillanz. Dieses Album ist auf ganzer Linie robust aufgestellt, es ist zielgerichtet und ergreifend. Das lange Warten darauf hat sich damit mehr als nur ausbezahlt.

7.8