Fergie – Double Dutchess

HipHop/Rap, September 2017
Mit den üppigen Old-School-Beats und Gastauftritten von Rick Ross, Nicki Minaj und FERGIEs kleinem Sohn ist DOUBLE DUTCHESS lustig, herrlich selbstbewusst und festigt ihren Platz in der Popwelt.

Das eröffnende Stück „Hungry“ ist eine freche Darbietung und eine theatralische Produktion, die Fergie als unaufhaltsame Kraft des von Hip-Hop durchdrungenen Pops zeigt. Es ist ein starker Anfang, obwohl das Folgende surreal ist. Fergie ist in typisch hemmungsloser, manchmal respektloser Form, befiehlt „Ladies, rub on your titties“, tauscht sorglose Strophen mit Nicki Minaj aus, singt im Falsett über glatten Neo-Disco und jammert herzzerreißend im kathartischen Finale. Inmitten all der vernünftigen Aktualisierungen des Ansatzes des Debüts gibt es eine kleine Überraschung, „Enchanté (Carine),“ eine durchgeknallte, zuckersüße französisch-englische Nummer mit Fergie’s Sohn im Gepäck. 

„M.I.L.F. $“ ist der verrückte und großartige Track, von dem wir nicht genug bekommen können. Es ist fast eine Fergie-Version von Kelis‘ „Milkshake“, und es ist mehr als eingängig. Das ist die Sache an Fergie, sie ist voller Überraschungen, wenn es um Musik geht, und dies ist eine von denen, die anders und einzigartig sind. Gegen Ende gibt es einen brillanten Vers, der voller Feuer ist. Textlich stützen sich die Songs auf dem Album stark auf prahlerische Hip-Hop-Themen. Umgekehrt finden Tracks wie „Just Like You“ und „A Little Work“ eine glückliche Mitte zwischen hart und weich, mit schweren Beats, melodischen Pop-Hooks und Texten, die darauf abzielen, zu stärken, anstatt zu prahlen. 

„Double Dutchess“ konnte unmöglich mit dem kommerziellen Erfolg von „The Dutchess“ mithalten, und vieles davon ist nur angemessen, aber eine Handvoll karibischer Songs heben „Double Dutchess“ noch weiter hervor und verleihen dem, was sich allzu oft wie ein altes Spiel anfühlt, eine sehr frische, moderne Note.

6.9