Feist – Let It Die

FolkIndie Pop, VÖ: Mai 2004
Mit einer Karrieregeschichte, die Stationen bei Peaches, Broken Social Scene und Kings of Convenience umfasst, bringt die Kanadierin LESLEY FEIST ungewöhnliche Breite und Individualität in den ohnmächtigen Indie-Lounge-Pop ihres Debüts.

Jeder, der Broken Social Scene jemals in ihrer A1-Konfiguration gesehen hat, weiß, dass Leslie Feist allein in ihrer Feuerzeugtasche rund sechs Hinterzimmer voller Charisma stecken hat. Trotzdem reicht ihre Amtszeit in der Abteilung für Szenendiebstahl bis in ihre Zeit bei der mittelmäßigen Indie-Rock-Formation By Divine Right zurück, und Feist ist ihre Solokarriere immer mit quälender Besorgnis angegangen. Ihr Solo-Debüt „Monarch“ erschien 1999, und obwohl es eine brauchbare Indie-Rock-Platte war, trug es wenig dazu bei, den prahlerischen Glanz ihrer Bühnenpersönlichkeit zu vermitteln.

Fast fünf Jahre von diesem Debüt entfernt, findet „Let It Die“ Feist in einer radikal anderen Geisteshaltung wieder, die ihre Indie-Rock-Kurzschrift mit Gitarren und Streichern zugunsten von Folk, Jazz, französischem Pop und Disco-Ausstattung vollständig aufgibt. Während ihr Hang zum seriellen Genre-Hopping es dem Album schwer macht, zu einem Ganzen zu gerinnen, wird es dennoch von ihre wehmütigen Songauswahl und einer luftig-sommerlichen Ästhetik zusammengehalten. Von den wärmenden „Gatekeeper“ und „Mushaboom“ bis hin zu den klassischen R&B-Grooves von „One Evening“ und „Leisure Suite“ erkundet Feist verschiedene musikalische Welten, ohne sich zu verlieren. 

Sie wirbelt diese durch verschiedene Klanglandschaften und kreiert damit ein aufregendes Abenteuer. Feist hält sich weder klanglich noch musikalisch zurück; „Let It Die“ ist jedoch kein extravagantes Album. Ein weiterer recht interessanter Aspekt ist die instrumentale Seite und die Verwendung von kitschigen Funk-Keyboards aus den späten 70ern. Es datiert die Musik ironischerweise auf eine Weise, die sie frisch und neu erscheinen lässt, während es sich über alle anderen Elemente des Feist-Sounds stapelt. Letztendlich ist es die Verschmelzung von Einflüssen, die dieses Album auszeichnet, sowie die große Bandbreite an Instrumenten, die in die musikalischen Arrangements einfließen.

Tatsächlich ist einer der Hauptgründe, warum „Let It Die“ erfolgreich ist, dass Feist endlich genau weiß, worauf sie abzielt. Für diesen Quantensprung an Weisheit gewähren wir ihr die fünfjährige Pause, aber nach diesem Album werden wir wahrscheinlich nicht mehr so geduldig sein.

9.0