Erika de Casier – Essentials

R&B, VÖ: Mai 2019
Das Debüt von ERIKA DE CASIER ist durchweg hervorragend produziert und wird durch die Perlen Little Bit und den Kerzenschein von Intimate hervorgehoben.

Erika de Casier’s Debütalbum „Essentials“ erscheint im klassischen analogen Format – Vinyl. Es ist eine Freude zu sehen, dass wieder so viele Künstlerinnen in diesem Format veröffentlichen. Zugegebenermaßen handelt es sich um eine größere Kosteninvestition, aber das Ergebnis übertrifft das immaterielle Gefühl einer digitalen Playlist. Das Album beginnt mit „The Flow“ – einer entspannten Lo-Fi-Einführung, bevor ihre beiden zuvor veröffentlichten Singles „Do My Thing“ und „Good Time“ die Klangwellen begeistern. Wie Eis in der Sonne, die Beats sind warm und der Gesang süß. Erika hat eine zarte, gefühlvolle Stimme, vergleichbar mit Sade – seidenweich und mit einem sanften, sinnlichen Ton, der beinahe flüsternd vorgetragen wird.

Erika stammt ursprünglich aus Kopenhagen und einer Handvoll anderer Städte auf der ganzen Welt. Sie lernte zunächst die dänische House-Szene kennen, nachdem sie intensiv mit dem Kollektiv Regelbau zusammengearbeitet hatte. Als Solokünstlerin konzentriert sie sich auf die Stile, die sie als Kind geliebt hat – die ersten musikalischen Erinnerungen, die einem ein Leben lang im Kopf nachhallen. Wenn ein Viertel des Albums durchgespielt ist, sollte einem völlig klar sein, dass Erika de Casier’s Kindheit zu mehr als einem angemessenen Teil aus R&B der 90er bestand, mit Anklängen an TLC, Sade und Aaliyah.

Und doch hat das Album überhaupt nichts aufdringliches an sich. Der Einfluss ist glasklar, aber die Innovation ist noch deutlicher. Modernes Pop-Songwriting vermischt sich mit G-Funk-Vibes, bevor es auf „Essentials“ zu einem entspannten Wellnesstag übergeht. Das Ergebnis ist eine frische Sammlung bequemer Liebeslieder und nebliger, von Herzschmerz geprägter Balladen, die alle so leicht und erfrischend wie die Luft selbst sind.

7.2