Emma Ruth Rundle – May Our Chambers Be Full

Metal, VÖ: Oktober 2020
Auf MAY OUR CHAMBERS BE FULL schließen sich die Louisiana-Sludge-Metaller Thou und die Post-Rock-Sängerin/Songwriterin EMMA RUTH RUNDLE aus Kentucky zu einem stimmungsvollen Set mit sieben Songs zusammen, das an der Schnittstelle von Doom, Gothic Rock, Post-Grunge und Black Metal steht.

„May Our Chambers Be Full“ ist das erste gemeinsame Album zwischen Emma Ruth Rundle und Thou. Während ihr Solomaterial auf den ersten Blick ziemlich unterschiedlich zu sein scheint, haben beide ihre jeweiligen Karrieren an den äußeren Grenzen der Heavy-Metal-Szene verbracht, wobei die Künstler mehr mit DIY-Punk und seinem spirituellen Nachfolger Grunge gemeinsam haben. „May Our Chambers Be Full“ bewegt sich sowohl musikalisch als auch thematisch auf einem ähnlichen, sehr schmalen Grat. Während die Standardmusik von Emma Ruth Rundle eine Mischung aus Post-Rock-durchdrungener Folkmusik ist und Thou normalerweise für ihren heruntergekommenen, doomigen Sludge bekannt sind, hat die Verbindung der beiden Künstler eine Platte geschaffen, die eher an das Seattle der frühen 90er erinnert Sound.

Ebenso ist der lyrische Inhalt des Albums eine Verbindung von psychischen Traumata, existenziellen Krisen und der ekstatischen Tradition der expressionistischen Tanzbewegung. „Excessive sorrow laughs. Excessive joy weeps.“ Melodisch, melancholisch, schwer, gefühlvoll. Wer also nach einer einfachen Strophe-Refrain-Strophe-Struktur sucht, wird Pech haben, denn die Form ist hier nichts weiter als ein Mythos, und Katharsis ist die einzige Ernährungsvoraussetzung. Das hypnotische „Magickal Cost“ lockt seinen katastrophalen Absturz für gefühlte Äonen an und flirtet mit tranceartigen Pink-Floyd-artigen Gitarrenklängen, bevor die schließliche, monumentale Hook immer härter pulsiert, bis die volle Artillerie von vier Gitarren wie ein Tsunami hereinbricht.

Am anderen Ende des Albums steht „The Valley“, ein ruhigerer, nah am Album angelehnter Folk, der wie ein gehetzter Atem im Wind dahintreibt. Es liegt immer noch ein Gefühl der Düsterkeit über dem Song, aber statt des intensiven Riffings, das den Großteil des Rests des Albums durchdringt, handelt es sich hier um ein Werk von Subtilität und Tiefe, das über die gesamte Dauer seiner fast neun Minuten hinweg Aufmerksamkeit erfordert. Wenn man diese Lieder zum ersten Mal hört, kommt es einem vor, als würden sie sich stundenlang hinziehen. Nicht weil sie langweilig sind, sondern weil sie die Zeit verlangsamen. Nicht ein einziges Mal hat man das Gefühl, dass dies erzwungen wird oder dass sie zu viel in die Mischung geworfen haben. Ihre Gemächer sind sicherlich voll; Hoffen wir, dass es noch mehr Reserven gibt.

9.1