Editors – EBM

Indie Rock, VÖ: September 2022
Dass sich die neuen Tracks sowohl vertraut als auch unerwartet frisch anfühlen, spricht für den alchemistischen Funken zwischen den EDITORS und John Power.

Es ist das erste Album mit dem neuen Bandmitglied Benjamin John Power, auch bekannt als Blanck Mass. Der Name des Albums „EBM“ ist ein Akronym für Editors und Blanck Mass, aber auch eine Anspielung auf Electronic Body Music. Inspiriert von Nitzer Ebb, Front 242 und Skinny Puppy, ist „EBM“ ein visionäres und klangliches Abenteuer, das sowohl dem Industrial Rock als auch der elektronischen Tanzmusik Tribut zollt. Aber auch Spuren von Depeche Mode, New Order und dem früheren Material von The Cure sind auf dem gesamten Album zu hören. Das erste, was auffällt, ist der schiere Umfang: Es mag nur neun Songs geben, aber alle, bis auf einen, sind länger als fünf Minuten, was jedem ein Gefühl von Erhabenheit verleiht. „EBM“ schafft es, den eher klassischen Indie der Gruppe mit einem Hauch von Electronica auszugleichen. Es ist diese Verbindung von Stilen, die es zu einem überzeugenden Album mit einem Richtungswechsel macht.

„Heart Attack“ baut sich langsam auf, wobei die elektronischen Einflüsse voll zur Geltung kommen; Die Gitarren finden immer noch Platz, um gehört zu werden, und die Mischung der beiden ist eine interessante Kombination. „Picturesque“ beginnt unerbittlich und zeigt, dass die Leistung der Editors immer noch eine donnernde Energie beinhaltet – wie auch ihre Live-Auftritte zeigen. An anderer Stelle auf dem Album bietet „Vibe“ eine angenehme Melodie, gepaart mit einem schnellen Rhythmus, während das hektische „Strawberry Lemonade“ mit einer vielschichtigen Produktion und Instrumentierung dank Power’s Anwesenheit glänzt – die Synthesizer und die elektronische Percussion bekommen wirklich die Chance zu glänzen. „Silence“ zeigt den Stimmumfang von Sänger Tom Smith sowie sein Klavierspiel, während der Track in und aus dem Gebiet der Balladen wechselt. 

Mit einer Länge von fast sieben Minuten gleicht „Educate“ alle Elemente aus, die in früheren Tracks zu finden sind, mit starkem Schlagzeug, relativ schnellem Tempo und einem einprägsamen Refrain. Im Gegensatz zu ihren frühen Alben überspannen die Editors auf „EBM“ herzzerreißende Hits mit ihren jetzt bekannteren, viszeralen Rocknummern. Von den Dancehall-Vibes des atmosphärischen „Karma Climb“ bis hin zum Albumabschluss „Strange Intimacy“, der von einem düsteren Ende einer Beziehung spricht, „strange intimacy / this party is over / let the rain pour down on me“ fühlt es sich an wie das Kind der Liebe von Depeche Mode und den Pet Shop Boys.

„EBM“ bringt die erfahrene Band also zu dem zurück, was sie am besten kann, und treibt die Dinge gleichzeitig voran.

7.0