Eades – Delusion Spree

Indie Rock, März 2022
Es gibt eine Wahrheit und eine Wahrhaftigkeit, die sich über die gesamte Platte der EADES erstreckt und die schwer zu ignorieren ist. Man kombiniere das mit den aufsteigenden Melodien, messerscharfen Riffs und schwirrender, ansteckender Percussion, und wir haben hier einen echten Klassiker.

Es wird oft gesagt, dass ein Debütalbum eine formelle Begrüßung ist, die uns an den gewählten Sound des Künstlers heranführen soll. Der Stil der in Leeds ansässigen Band Eades ist jedoch so unverwechselbar, dass er die Persönlichkeit der Band schon beim ersten Hören festlegt. Ihre Verschmelzung von Art-Rock, New-Wave und Retro-Punk springt einem förmlich ins Gesicht und kombiniert glückselige elektronische Motive und nachdenkliche Texte, um ein einzigartiges klangliches Unterfangen aufzubauen. Das heißt nicht, dass die Eades zu schnell vorangekommen sind. Auf „Delusion Spree“ schnappt sich das Quintett einige ihrer stärksten Songs aus den frühen Veröffentlichungen und stellt sie in einen neuen Kontext. „Smoking Hour“ von der „Abstract Education EP“ von 2021 hatte schon immer eine sich langsam aufbauende Schärfe und stellte sich mit einem Walking-Bass-Part und pochenden Drums vor. 

Hier auf der Albumversion stechen besonders die Hintergrundgesänge und Synthesizer aus dem Mix hervor. Für die EP „Microcosmic Things“ aus dem Jahr 2020 fungierte „Saying Forever“ als erstes Markenzeichen der Band, besonders wenn man zu Henry Jordan’s dröhnender Stimme im Refrain kommt. Die Neuaufnahme von „Delusion Spree“ erinnert daran, dass die Eades sich in einen engeren Rhythmus versetzen können, besonders wenn sie ihren Talking Heads-Einfluss mit Holzblöcken und ausgefallenen Synthesizern ausfüllen dürfen. Nach den wirbelnden Gitarrenkurven des Outros ist es kein Wunder, dass sie „Saying Forever“ in ihr Debüt aufgenommen haben. In gewisser Weise ist „Delusion Spree“ also genau das, was wir erwarten dürfen; eine Sammlung sprunghafter, Hype-gefüllter Tracks, die genügend Raum lassen, um ernsthafte Themen ins Rampenlicht zu rücken.

Mit „Delusion Spree“ liefern die Eades ein vielversprechendes Debüt ab, indem sie eine Collage aus nostalgischen Gitarrenklängen verwenden, um Musik zu schmieden, die sich sowohl vertraut als auch frisch und lebendig anfühlt.

8.3