Duran Duran – Seven and the Ragged Tiger

Classic AlbumsSynth Pop, November 1983
Die neuen Songs von DURAN DURAN zielen eher auf ihre Fähigkeit ab, durch Elektronik und Instrumentierung einen verführerischen Sound zu erzeugen als durch kraftvolle lyrische und musikalische Kompetenz zu glänzen.

Trotz der Tatsache, dass „Seven and the Ragged Tiger“ nicht mit der ungezügelten Pop und Rock-Ausgelassenheit vo „Rio“ mithalten kann, setzen Duran Duran drei Höhepunkte ab, darunter „The Reflex“ mit einer Überfülle an ausgefallenem Glanz und extravaganter Dance Elementen, der geradlinige Appell von „New Moon on Monday“ oder dem mysteriösen, fast tabuisierten Flair von „Union of the Snake“. Es ist offensichtlich, dass uns die Ausrichtung von „Seven and the Ragged Tiger“ ein wenig in eine Danceclub-Arena versetzen soll, aber auch nicht übersehen werden kann der Umstand, dass Ihr drittes Studioalbum unter Eile und unter dem vielfältigen Druck, als die größte und hübscheste Band der Welt angesehen zu werden, entstanden ist. Infolgedessen leidet die Platte an einigen Stellen unter Überproduktion und starkem Vertrauen in Hochglanzsynths, um einen größeren Anteil des amerikanischen Marktes zu gewinnen.

Auch wenn ihr Songwriting vielleicht ein Stück heruntergedreht wurde um sich bedingungslos der geistigen Nahrung des Synth Pops zu unterwerfen – „Crimes of Passion“ zum Beispiel ist ein Hinweis auf diese bewusste Anstrengung – haben sie nicht jeden Aspekt ihrer Genialität aufgegeben, und wenn Duran Duran liefern, ist Ihre Anziehungskraft noch immer hell, energisch und effektiv. Ja, das Album leidet unter einer Reihe von merkwürdigen Momenten. Es klingt tatsächlich so, als ob Duran Duran verloren sind, wenn sie die Grenze von Kunst zur reinen Vermarktungsmascherie überschreiten. Doch bleiben Hooks, Glanz und Produktion immer noch erstklassig und machen „Seven and the Ragged Tiger“ zu einem guten Pop Album.

7.5