Dori Freeman – Ten Thousand Roses

Americana, VÖ: September 2021
Mit gekonntem, melodischem Songwriting, charaktervollem Gesang und sympathischer Produktion hat DORI FREEMAN mit dieser Songsammlung den Volltreffer gelandet.

Was an Dori Freeman’s neuester Veröffentlichung auffällt, ist die Qualität ihres Gesangs; Ihre Klarheit und Vielseitigkeit verleihen diesem Album ein wirklich unverwechselbares Gefühl. Bezugspunkte für ihre wohlklingenden Töne könnten Emmylou Harris, Loretta Lynn oder Patsy Cline sein, obwohl ihr Gesang einen ganz eigenen Charakter behält. Freeman stammt aus einer Gemeinde in North Carolina, aber obwohl in ihrer Arbeit traditionelle Einflüsse zu finden sind (Banjo und Mandoline auf einigen Tracks), ist hier ein anspruchsvollerer Sound im Spiel, der manchmal zeitgenössisch wirkt und manchmal klingt, als käme es aus den Sun Studios und würde auf der alten Jukebox in unserem Lieblingsrestaurant gespielt. 

Auch Freeman’s Ehemann gebührt volle Anerkennung für seine Arbeit an der Produktion des Albums, das versucht, die erwarteten Parameter des Americana-Genres herauszufordern. „The Storm“ erzählt die alte Geschichte eines untreuen Partners und nutzt als Bild die starken Naturgewalten des Wetters, um eine alles andere als reibungslose Beziehung zu beschreiben, während „Almost Home“ mit Banjo-Hintergrund und einer sanften Produktion überzeugt. „I ain’t a good girl, though everybody thinks I am / I gotta mind that’s dirty as the bottom of a coffee can“, sprudelt Dori Freeman in „I Am“, getragen von einem mitreißenden Beat, der alles andere als böse ist. 

Das melancholische „Walk Away“, ein Duett mit Logan Ledger, erzählt ein herzzerreißendes Szenario in der Tradition klassischer Nashville-Duos wie George und Tammy. Während ihr wunderschönes neues Album voller pointierter Reflexionen über Ungleichheit, Verlangen und Selbstbestimmung ist, gibt Freeman ihre unverblümten Beobachtungen mit unfehlbarer Gelassenheit zum Ausdruck und verleiht dem Album eine leise subversive Kraft. Es gibt Platten, die wir mit unseren Freunden hören, und es gibt Platten, die wir alleine hören. Diese Platten halten uns fest und werden zu unseren Freunden, wenn wir eine verletzliche Stimme brauchen, mit der wir einen intimen Moment teilen können. Das Tolle an „Ten Thousand Roses“ ist, dass es diese Grenze in beiden Welten zu überschreiten scheint.

8.5