Dolly Parton – Slow Dancing with the Moon

Classic AlbumsCountry, VÖ: Februar 1993
SLOW DANCING WITH THE MOON zeigt Anzeichen dafür, dass DOLLY PARTON wie ein altehrwürdiges Denkmal etwas Stützung braucht.

Wenn Madonna die böse Hexe der Popmusik ist, dann ist Dolly Parton sicherlich Glenda, die gute Hexe. Parton ist lebhaft und strahlend weiß und strahlt Gutherzigkeit und die Überzeugung aus, dass das, was wir wirklich wollen, nicht Sex, sondern Liebe ist – eine Liebe, die sie uns mehr als jede andere Frau geben kann. In letzter Zeit wirkt sie jedoch etwas müde, als ob diese viel herumgeschleuderten Brüste das Gewicht der Welt tragen würden. Vielleicht war es nur der dramatische Gewichtsverlust, aber nachdem Parton ihre Crossover-Träume aufgegeben hatte und Nashville mit White Limozeen seine verlorene Tochter wieder willkommen hieß, schien sie immer kleiner zu werden.

Ironischerweise wurde das Nashville, in das Parton zurückkehrte, inzwischen mit seiner neu entdeckten „Reinheit“ mit Musikvideo-Know-how und einer Explosion auf dem Massenmarkt vermengt. Heutzutage macht jeder und jede Country-Musik und sie scheinen alle auf Parton’s einundsechzigstem Album „Slow Dancing With the Moon“ enthalten zu sein. Rodney Crowell, Billy Ray Cyrus, Tanya Tucker, Mary-Chapin Carpenter, Kathy Mattea, Pam Tillis, Billy Dean, Maura O’Connell, Ricky Skaggs, Alison Krauss, Emmylou Harris, Vince Gill und der gesamte Christ Church Choir sind unter den vielen Features, um ihrer guten Freundin Dolly zu helfen.

Diese wiederum revanchiert sich mit einer Reihe von Liedern, in denen sie Freundschaft, Verständnis, Gottes Liebe und, im beschwingten „What Will Baby Be“, die Bedeutung guter Kindererziehungspraktiken feiern. Wenn Parton für das Präsidentenamt hätte kandidieren wollen, hätte dieses Album ihre Plattform sein können. Die Stücke reichen von vergoldeter Mittelmäßigkeit wie „Romeo“, in dem Parton und eine Bande berühmter Country-Sängerinnen wenig überzeugend über Billy Ray Cyrus sabbern, bis zur vergoldeten Pracht von Parton’s mächtiger Interpretation von „Put a Little Love in Your Heart“.

Ironischerweise sind es die einfacheren, schlichteren Songs, die hier am besten funktionieren; Ohne all den Glanz und die Star-Power, die die von Gästen dominierten Tracks versinken lassen, lassen sie Parton’s emotionalen Gesang wirklich durchscheinen.

7.1