Dolly Parton – Just Because I’m A Woman

Classic AlbumsCountry, VÖ: April 1968
Die Karriere von DOLLY PARTON hat sich in diesem Jahr verändert, als sie einen Anruf von Porter Waggoner erhielt. Zuerst dachte sie, er wolle mit seiner Filmpartnerin Norma Jean einen ihrer Songs aufnehmen, doch sie ahnte nicht, dass sie tatsächlich als potenzielle Ersatzfrau auserkoren wurde.

Im Jahr 1968 sind Frauenhymnen nicht sehr verbreitet oder akzeptiert, und wenn, dann handelt es sich um eine gewisse Anomalie. Während Kitty Wells 1952 mit „It Wasn’t God Who Made Honky Tonk Angels“, geschrieben als Antwort auf Hank Thompson’s „Wild Side of Life“, einen Riesenerfolg feierte, war die Aufnahme und Veröffentlichung von Dolly Parton’s Single „Just Because I’m A Woman“ noch ein mutiger Schritt. Als Reaktion auf die Enttäuschung ihres Mannes darüber, dass er nicht ihre erste sexuelle Beziehung war, obwohl sie auch nicht seine erste war, schreibt Parton: „My mistakes are no worse than yours, just because I’m a woman.“ Sie geht sogar so weit, die eklatante Doppelmoral detailliert darzustellen, indem sie bemerkt: „Now a man will take a good girl/ And he’ll ruin her reputation/ But when he wants to marry/ Well, that’s a different situation.“

Die Melodie des gleichnamigen Titeltracks ist nicht besonders eingängig und wird nicht durch eine laute Produktion untermauert, aber diese fehlenden Elemente machen Dolly’s Hymne der Geschlechtergerechtigkeit nur noch ergreifender, da sie sowohl mit Zärtlichkeit als auch mit Sachlichkeit singt. Und obwohl Dolly nur für vier der zwölf Songs des Albums Songwriting-Anerkennungen erhält, gehören sie doch zu den wirklich Herausragenden, darunter „You’re Gonna Be Sorry“, „The Bridge“ und die Titelmelodie sowie der Rest der Auswahl passen genau zu Parton’s charakteristischer Mischung aus Zerbrechlichkeit und Stärke und ihre vielseitige Sopranstimme zeigt das Selbstvertrauen, die Kraft und die emotionale Bandbreite, die sie innerhalb weniger Jahre zu einem Country-Superstar machen wird.

9.3