Dolly Parton – Hello, I’m Dolly

Classic AlbumsCountry, VÖ: September 1967
DOLLY PARTON stellt sich der Welt mit ihrem Debütalbum HELLO, I’M DOLLY vor.

Die charismatische Dolly Parton zeigt auf ihrem ersten Album eine starke Leistung. Das Pedal-Steel-Spiel ist fantastisch und es wäre eine Recherche wert, um herauszufinden, wer die Session-Männer waren, da sie leider nicht namentlich aufgeführt sind. Die Persönlichkeit, die Parton in ihr Material einbringt, ist hier vollständig zu erkennen. „Dumb Blonde“ und „Something Fishy“ sind die witzige, kluge Seite von Parton, während „The Company You Keep“ und „I’ve Lived My Life“ zeigen, wie geschickt sie darin ist, Country-Songs voller Moral zu stopfen und uns damit gleichzeitig viel Vergnügen zu bereiten. Dolly mag traditionell für ihr Songwriting bekannt sein, aber „Dumb Blonde“ wurde tatsächlich von Curly Putman geschrieben, der für „Green Green Grass of Home“ berühmt ist.

Das nächste Lied auf dem Album, „Your Ole Handy Man“, wurde ausschließlich von Dolly geschrieben (die meisten anderen Lieder auf dem Album wurden gemeinsam mit ihrem Onkel geschrieben). Das Lied ist voll von der Frustration einer Frau, die gezwungen ist, die Haussklavin eines Mannes zu sein. Es ist ein energischer Aufruf zu den Waffen gegen zeitgenössische Geschlechterrollen. Sie hat es satt, sein „handy man“ zu sein und wird für sich selbst einstehen. Als Dolly zur aufkeimenden „Frauenbewegung“ befragt wurde, scheute sie sich nicht, ihre Meinung zu äußern und auf die Heuchelei und Doppelmoral hinzuweisen, mit der Frauen in der Gesellschaft konfrontiert sind. 

„Fuel to the Flame“ ist eine der Balladen auf dem Album, erstmals aufgenommen von Skeeter Davis. Es ist ein einfaches Lied darüber, wie es sich anfühlt, von jemandem sexuell angezogen zu sein. Das vielleicht einzig interessante Element des Liedes ist der wiederholte Refrain „Do you feel the same?“. Dieser Typ küsst sie, aber er spricht nicht über seine Gefühle oder ihre Zukunft. Ihre Unsicherheit steht im Mittelpunkt des Liedes – bis sie mit ihm verheiratet ist, wird sie immer Zweifel haben. „The Giving and the Taking“ setzt den Country-Balladen-Stil fort, auch wenn dieses Stück ein reiner Herzensbrecher ist. Parton und ihre Persönlichkeit gehen Hand in Hand. Keiner kann ohne den anderen überleben und Parton verleiht jedem Titel dieses Albums Persönlichkeit.

8.1