Dolly Parton – Dolly, Dolly, Dolly

Classic AlbumsCountry, VÖ: April 1980
DOLLY PARTON muss dafür gelobt werden, dass sie musikalische Risiken eingeht, und für ihre mutigen Darbietungen bei jedem dieser Titel.

Während Dolly Parton zunächst als Nashville’s üppigstes Glamour-Mädchen berühmt wurde, war sie auch eine bemerkenswert begabte Songwriterin, die klassische Country-Themen mit einem hervorragenden Gespür für Details und einem herzzerreißenden Klang der Wahrheit angehen konnte. Es ist also erwähnenswert, dass „Dolly Dolly Dolly“ keinen einzigen von Parton geschriebenen Song enthält. Stattdessen lieferte Produzent Gary Klein (der ihre bahnbrechende Popsingle „Here You Come Again“ produzierte) Parton eine Menge Hollywood-Schmonzette von verschiedenen AOR-Arbeitspferden, und die Arrangements und die Produktion machen dieses Album zu Parton’s raffiniertestem und Mainstream-orientiertem Album die Zeit.

Das Album beginnt mit „Starting Over Again“, geschrieben von Donna Summer und ihrem Ehemann Bruce Sudano. Dies ist ein großartiger Story-Song, der (zumindest textlich) an einen Country-Song erinnert. Es erzählt von einer Frau, deren Ehe nach dreißig Jahren gescheitert ist und die ihr Leben ganz neu beginnen muss. Darin liegt so eine Traurigkeit, die Dolly perfekt zum Ausdruck bringt. „Same Old Fool“ ist fröhlicher, fast Disco. Bei solch einem kleinen Wegwerfsong ist es interessant zu bemerken, dass er von Glenn Sutton mitgeschrieben wurde. Dieser gilt als Pionier des Country-Politik-Sounds und schrieb einige von Tammy’s größten Hits. 

Schade, dass dieses poppige Arrangement nicht an diese großartigen Songs erinnert. Der berühmteste und denkwürdigste Song auf dem Album ist „Old Flames (Can’t Hold a Candle To You)“, einer dieser seltenen Dolly-Klassiker, die von jemand anderem geschrieben wurden. „Packing It Up“ ist das einzige Lied, das sich auf Dolly’s Country-Wurzeln bezieht, auch wenn es darum geht, sie für den Glanz der Stadt zurückzulassen. „Dolly Dolly Dolly“ fühlt sich, wie auf dem Titelbild, manchmal wie ein einziges großes, falsches Lächeln für die Massen an. Sogar die ernsteren Momente klingen etwas gezwungen, mit Ausnahme von „Old Flames“. 

Dolly ist ein absoluter Profi und gibt bei den Songs und der Produktion ihr Bestes, aber man muss schlussfolgern, dass sie verloren klingt.

5.7