Dolly Parton – Blue Smoke

Country, VÖ: Januar 2014
Vielleicht gibt es hier keine dauerhaften Ergänzungen zu ihrem Kanon, aber das Bemerkenswerte ist, wie befriedigend das Album ist: Es klingt gut und die Songs sind robust, ein Beweis dafür, dass DOLLY PARTON sich bei weitem nicht auf ihren Lorbeeren ausruht.

Mit einer umfangreichen Diskographie, die sich über sechs Jahrzehnte erstreckt, hätte sich Dolly Parton im Alter von 68 Jahren leicht auf ihren Lorbeeren ausruhen können, doch stattdessen entschied sie sich, mit ihrem 42. Studioalbum „Blue Smoke“ ihr betörendstes Werk seit Jahren abzuliefern. Während ihre Fähigkeiten als Musikerin und Multiinstrumentalistin oft übersehen werden, ist Parton’s Scharfsinn als Grammy-prämierte Songwriterin intakt und wird in den 12 exquisiten Tracks von „Blue Smoke“ deutlich zum Ausdruck gebracht. 

Bei ihrem neuesten Album wagt sich Parton nicht nur an Bon Jovi’s „Lay Your Hands on Me“ heran und verwandelt es in eine Gospel-Hymne, sondern liefert auch eine mitreißende Version von Bob Dylan’s „Don’t Think Twice“ und verbündet sich mit seinen Freunden Kenny Rogers („You Can’t Make Old Friends“) und Willie Nelson („From Here to the Moon and Back“) mit außergewöhnlichen Ergebnissen. 

Parton gelingt es sogar, das ironische „Lover du Jour“ zu verzaubern, dessen Darbietung für jeden anderen völlig lächerlich wäre. Ebenfalls enthalten ist Parton’s herzerwärmendes Liedchen und neueste Single „Home“ (“Where the warm wind’s blowing and the river’s flowing/Where I can lay down my heavy load and know that I am always welcome”), die ihrem Hit „Tennessee Homesick Blues“ von 1984 ähnelt. 

Mit der Einbeziehung aller musikalischen Markenzeichen von Parton, vom Bluegrass-Timbre des eröffnenden Titeltracks bis zum erhebenden Schlussstück „Try“, trifft „Blue Smoke“ mit Leichtigkeit sein Ziel. Parton findet eine starke Balance zwischen Kunst und Eleganz und folgt weiterhin den Erwartungen der Menschen und ihrem Herzen.

8.0