Dolly Parton – Better Day

Country, VÖ: Juni 2011
DOLLY PARTON hat noch nie frischer und temperamentvoller geklungen, und insbesondere mit Somebody’s Missin‘ You zeigt sie, dass sie immer noch weiß, wie man einen zeitlosen Song schreibt.

Zu diesem Zeitpunkt ist es ziemlich klar, dass Dolly Parton verdammt sicher ist, wer sie ist. Das muss sie auch sein: Sie steht seit etwa 50 Jahren im Fokus der Öffentlichkeit und wird sowohl für ihre Musik als auch für ihr unheimlich glamouröses Aussehen geschätzt. Diese Art von Dolly-Stil bedeutet, dass Parton, insbesondere in den letzten Jahren, die Platte macht, die sie will, egal, welche Trends es gibt. Diese Einstellung kam ihr bei „Backwoods Barbie“ aus dem Jahr 2008 zugute, einer charmanten Reihe von Muntermachern wie „Better Get To Livin‘“ und „Jesus & Gravity“, die die Tugenden des Lebens in vollen Zügen preisen, egal was passiert. Dieselben Ideen werden auf Parton’s neuestes Werk „Better Day“ übertragen.

„I’m Country to the core“, singt Dolly und beweist, dass sie Recht hat. Dolly’s hoher, einsamer Tennessee-Akzent birgt fast fünf Jahrzehnte Hit-Geschichte und weiß Gott wie viele Jahrhunderte Volksweisheit aus den Smoky Mountains. Parton hat jedes Lied hier komponiert, was ein gemischter Segen ist; Sie kann herb und prägnant schreiben und bei Liebesliedern wie „Together You and I“ holt ihr lila Stift den Kitsch aus ihr heraus – zeigt sich aber dann von ihrer besten Seite, wenn sie die Frechheit zur Schau stellt: Sie beschimpft die beiden gefühllosen Liebhaber („Get Out and Stay Out“) und in „In the Meantime“ die Rausch-besessenen Weltuntergangspropheten, die „been talkin’ ’bout the end of time/Ever since time began.“

Der unbezähmbare Optimismus wird am Ende zwar ein wenig übertrieben – auf dem angesprochenen „Together You and I“ fordert sie uns tatsächlich dazu auf, „paint a pretty rainbow brushed with love across the sky“. Aber weil es Dolly ist, kommt sie nochmal ein knapp damit durch.

7.0