Dirty Sweet – …Of Monarchs And Beggars

Indie Rock, Juni 2007

Die ersten Takte von Dirty Sweet, oder auch die ersten Bilder im Videoclip zu ‚ Baby Come Home ‚ lassen keine Zweifel über die Herkunft der Band entstehen. Denn genau so stellen wir uns guten Gitarrenrock vor, mit Verwurzelungen in den 1970er Jahren und erinnern dabei an Bands wie Lyn Skyn, Led Zepp, Free und vielleicht auch ein wenig an die Allmans. Jedoch erinnern Dirty Sweet nur daran, denn von verpönten Kopiervorgängen lässt das Quintett aus San Diego brav die Finger. Stattdessen verwöhnen und die fingerflinken Gitarrenmänner N. Beale und M. Murino mit dröhnenden Groove-Wellen, es hageln die Riffs wie große Steine auf unsere Köpfe nieder und zerfetzen förmlich den zurückhaltenden Bass in der staubtrockenen Luft. Zugleich mag gerade der angesprochene Opener ‚ Baby Come Home ‚ ein bisschen an den lieben Mainstream erinnern, doch keinesfalls reicht dies aus, um der Band solche Eigenschaften negativ auslegen zu können. Immer wieder finden sich zudem Anleihen zu Roots- und Southern Rockern. Auch das folgende Stück ‚ Delilah ‚ befolgt die Regeln, angesiedelt im bluesigen Retro-Rock mit krausenden Gitarren, schmeckender Pentatonik und unvergesslichen Chören. Aber nie steigt die Huldigung über in Kitsch. Die Dirty Sweet begehen hier eine riskante Linie, tun das jedoch mit viel Mut und noch mehr Selbstbewusstsein. Dieser Gruppe muss definitiv keiner mehr sagen, dass Sie allesamt verdammt gute Musiker sind. Immer wieder begeistern die Amerikaner durch lockere und fetzige Blues wie Country-Licks. Mal stürmen diese nach rechts, schlagen einen geschickten Hacken und biegen auf die linke Seite um, immer mit einem festen Blick auf die Ursprünge gerichtet. So wiederholen sich die Stücke auf ‚ Of Monarchs And Beggars ‚ auch nicht immer wieder von Vorne. Ein überzeugendes Songwriting und die teils melancholischen Melodien verlieren auf einmal Ihre Vormachtstellung und finden sich wieder in einer von biergetränkten Roadhouse Kneipe am Highway und werden Zeuge eines echten Rock’n’Roll Stampfers: ‚ Sixteen ‚ schiebt sich durch knappe drei Minuten ohne dabei belastend oder falsch klingen. Müsste man gezwungen sein, den unvermeintlichen Kritikpunkt aufzuschreiben, wäre es das unpassende Veröffentlichungsdatum von ‚ Of Monarchs And Beggars ‚. Denn hier finden sich Songs, die im Frühling zu einer wärmenden Brise gespielt werden möchten, auf der langen Fahrt am Strand entlang, oder auf einem Fest. Dennoch wird einem zumindest der glückliche Gesichtsausdruck während den Melodien nicht abhanden kommen. Und wir schließen nun kurzerhand die Augen, stellen uns die wärmende Sonne vor und die rollenden Gitarrenriffs der Dirty Sweet. Ach…wie sehr wir doch auf einmal den kalten Winter hinter uns lassen können.

8.1