Demi Lovato – Unbroken

PopR&B, September 2011
DEMI LOVATO schmeißt mit UNBROKEN vieles aus den vergangenen Jahren über Bord. Abgesehen von den ersten vier Songs ist besonders die zweite Hälfte gelungen, gefüllt mit bedeutungsvollen Texten, die besser sind als der Großteil des Mainstream-Mistes.

Die ersten vier Tracks sind so öde, so komplettes und absolutes Dancefloor-Hit-Futter, dass es durchaus verständlich wäre, wenn ein Hörer nach zwei oder drei von diesen Tracks das gesamte Album aufgeben würde. Ein Timbaland-Beat, den JT nie benutzt hat, ein Auftritt von Jason Derulo, ein Team-Up mit Dev und natürlich der „Shorty“-Song, der das Wort „Shorty“ tatsächlich mehr als zwanzig Mal verwendet. Sie ist zwar erst 19, aber ein Song wie das peinlich bieberhafte „You’re My Only Shorty“ klingt, als wäre es für eine noch jüngere Sängerin geschrieben worden. Dann, auf halbem Weg, geht sie zu der entschieden reifen, konfessionellen Ballade über, die die weit überlegene zweite Hälfte des Albums dominiert – mit ihrem Höhepunkt in „For the Love of a Daughter“, einer bewegenden, verletzlichen und wütenden Tirade, die auf Ihren Vater abzielt, von dem sie sich schon lange entfremdet hat.

Diese beiden Seiten wirken kaum wie derselbe Künstlerin. Ist Lovato in der Mitte des Albums aufgewachsen? Oder hat sie zuerst die ernsten Sachen aufgenommen, ist dann nervös geworden und dadurch das lächerliche Eröffnungskonfetti der Platte als gewerbliche Versicherungspolice reingeschnitten? Noch verwirrender ist, dass keine der Richtungen mit ihrem vorherigen Stil übereinstimmt. Auf ihren ersten beiden Alben machte sich Lovato als Teenager-Rocker-Küken mit rauer Stimme einen Namen, aber bei diesem musikalischen Makeover herrschen elektronische Texturen vor, und es gibt kaum noch eine Spur von den Rock-Anhängern, die sie vor zwei Jahren gekonnt um sich scharrte. (So ​​viel zu dem einstigen Disney-Starlet, das mit seiner Liebe zu obskuren Metalbands prahlte.)

Blickt man wieder zurück auf die zweite Hälfte des Albums, dann sind es die vielen Balladen auf diesem Album, die ihre Stärken wirklich zeigen. Auf diese Weise hebt sie sich von allen ihren Altersgenossen und sogar vielen zeitgenössischen Popstars ab.

5.8