Dax J – Utopian Surrealism

Techno, Januar 2022
Der in London geborene britische DJ und Produzent DAX J gilt weithin als einer der beeindruckendsten Techno-Künstler. Von Partys in Hinterzimmern bis hin zu Headliner-Raves – er ist als etablierte Techno-Institution auf der ganzen Welt zu Hause.

Hört man sich die „Chaos Come to Conquer“ EP an bzw. hat diese gerade im Kopf, dann dürfte man unweigerlich gegenüber dem neuen Album „Utopian Surrealism“ feststellen, dass der in London geborene, britisch-japanische DJ und Produzent Dax J ruhiger geworden ist. Der rohe und kompromisslose Techno aus vergangenen Zeiten, verschwindet direkt wenige Augenblicke nach dem Einstieg zu „Universal Future Sound“ in grauen Nebelwolken. „Universal Future Sound“ ist dafür ein herrlich melancholisches Stück und markiert zugleich den Übergang in eine neue dystopische Ära.

Eines ist jedoch unverändert geblieben: sein ganz eigener, individueller Stil. Sein einzigartiges technisches Können, sein unbestreitbares Können als DJ und seine tadellose Perfektion für High-End-Soundproduktionen. Dax J ist als einzigartige Präsenz in der modernen Tanzmusik etabliert und auch seine mittlerweile dritte Platte legt in diesem Kontext einen gefeierten Start hin. Inspiriert von Yuval Noah Harari’s Buch „Sapiens“ führt uns Dax J durch eine Reihe von makellos produzierten Soundtracks, die während des Lockdowns entstanden sind.

Leider fällt die Qualität im Mittelteil der Platte deutlich ab und die Utopie wird von einer hohlen Masse aus leeren Betonhallen und zusammenhangslosen Soundexperimenten zu Boden gedrückt. Erst „ Industrial Cyber Technologies“ entkommt dem Trümmerhaufen und bringt die Platte wieder auf Linie. Kompromisslos und voller Leidenschaft werden die Beats nach vorne gepeitscht, Bass ohne Ende, dazu schiefe Klänge aus den Synths und Techno, wie er 2021 nicht radikaler sein könnte.

7.1