Crawlers – The Mess We Seem to Make

Indie Rock, VÖ: Februar 2024
Die CRAWLERS bekräftigen ihren Platz als einer der neuen jungen Leitsterne der britischen Gitarrenmusik.

Die Crawlers kommen mit ihrem lang erwarteten Debütalbum nicht auf Händen und Knien, sondern mit lautstarker Zielstrebigkeit und gebrochenen Herzen, die aus ihrer Brust schlagen. Es bleibt damit wenig Zeit, in den Rückspiegel zu schauen. Ja, die Mega-Hit-Single „Come Over (Again)“ aus dem Jahr 2021 steht auf der Tracklist – ihre schmuddelige, eingängige, melancholische Brillanz erstrahlt hier genauso brillant wie in jedem der zig Millionen Streams, die bereits verzeichnet wurden – aber dies ist ein Album, das dafür gemacht wurde, die Straße weiter geradeaus zu fahren. Während der kraftvolle Eröffnungstrack „Meaningless Sex“ in das verschwommene „Kiss Me“ übergeht, trägt ihre Mischung aus Verletzlichkeit und Intimität mit einer stadiontauglichen Komposition weiterhin Früchte. 

„Hit It Again“ beweist die Bereitschaft, die Härte anzukurbeln, wenn der Moment es erfordert. Das brillante „Would You Come to My Funeral“ ist eine fesselnde lyrische Meisterklasse mit einer pulsierenden Basslinie und einem aufsteigenden Refrain, der voller Leben ist. „Golden Bridge“ zeigt dagegen die ruhigere Seite der Band, eine wunderschöne Klavierballade, die sich stetig zu einem epischen, herzzerreißenden Song entwickelt, während man mit psychischen Problemen kämpft. Allein eine Zeile wie „I paid the doctor so I could live happy, now I feel nothing at all“ berührt das Herz auf eine sehr ergreifende Weise. „Nighttime Affair“ bringt das Album zu einem zurückhaltenden, dramatischen Ende: eines, das auf noch bessere Dinge für Crawlers in der Zukunft hinweist. 

„The Mess We Seem To Make“ ist ein bemerkenswert selbstbewusstes und souveränes Debütalbum – offensichtlich ist jeder Zentimeter Sorgfalt und Zeit, die in das Album gesteckt wurde, gut investiert. Crawlers klingen sehr nach einer Band, die an der Schwelle zu ganz großen Dingen steht.

8.1