Complicated Universal Cum – „Hello Exit Harmony“ – Level Body Revelation Pt. One

Indie Rock, VÖ: November 2012

Mit dieser Aufmachung bringt Frederik Valentin ein wenig Abwechslung in den Alltag der wöchentlichen Veröffentlichungen. Gemeint ist die Aufteilung seines neuen Werkes in zwei Hälften. Auf der ersten CD, mit dem Titel ‚ Hello Exit Harmony ‚, begegnen uns weitläufige und hallende Gesänge, hypnotische Synthie-Verzwirbelungen und gleichmäßig rotierende Bassläufe inmitten aufsteigender Soundwände. Es besteht nach den ersten Minuten überhaupt kein Zweifel mehr: Frederik Valentin aus Dänemark denkt mit seinem Solo-Projekt Complicated Universal Cum in großen Kategorien und verzichtet auf halbe Sachen. Somit ist auch der zweite Teil ‚ Before F After C ‚ vielmehr eine klare Trennung als Erweiterung und öffnet uns die Türen zu einem reinen Instrumental-Album. Doch zurück: denn in diesem Moment folgen wundervolle Trompeten im zweiten Stück ‚ Home Is The Way That I Go To ‚ und treibender Space-Rock im anschließenden ‚ Hello Hello ‚. Dagegen legt ‚ Zero & One ‚ nach kurzer Einführung einen Zacken zu und entpuppt sich im Mittelteil als schneidiger Bootcut-Rocksong, der zum Schluss nochmals mit brachialer Gewalt alles entgegenkommende auf die Seite rammt.

‚ Beyond Or Below ‚ lässt es ordentlich am Schlagzeug krachen und erst mit dem gleichnamigen Titelstück ‚ Complicated Universal Cum ‚ kehrt ein bisschen Ruhe ein. Und leider könnte man den letzten Titel ‚ That’s all ‚ auch fast als eine unglaubwürdige Frage auffassen. Denn hier vergreift sich Frederik Valentin samt seiner siebenköpfigen Band an einem zu gelangweilten Klangbild. Doch bis dahin besticht der unverwechselbare psychedelische Charme – den sicherlich nur sehr wenige mit Dänemark in Verbindung gebracht hätten. Und ob der Einzelne mit der zweiten CD ‚ Before F After C ‚ etwas anfangen kann, bleibt absolut den eigenen Vorlieben überlassen. Es wälzen sich monotone Schichten übereinander und irgendwann ereilt einem der blinde Ruf, dieses graue Einerlei da draußen endlich wenigstens um ein paar Melodien zu erweitern.

Aber Valentin bleibt kompromisslos und lässt 38 Minuten, verteilt auf vier Songs, durch ein elektrisierendes Gewitter rasseln. Manche würden es vielleicht einfach nur als musikalisches Kauderwelsch bezeichnen, doch ‚ Before F After C ‚ ist mindestens ebenso grandios, wie der erste Teil. Zusammengenommen stürzen wir uns damit direkt in eine sprudelnde Reise deren liebste Beschäftigung es ist, stundenlange Hochdruckschwärme aus Melodie- und Rhythmusfetzen durch unsere Köpfe schwirren zu lassen. Übrigens ist zum Album für jeden darauf befindlichen Track ein individuelles Video in Planung.

7.0