Cody – Fractures

Country/FolkPop, Mai 2012

So kennt und liebt man diese Band: eine wärmende akustische Gitarre, getragen von zarten Streicher-Arrangements und der ruhigen angenehmen Stimme von Sänger Kaspar Kaae. Nach knappen zwei Minuten schalten sich dann auch die restlichen Mitglieder der siebenköpfigen Band aus Dänemark ein und zelebrieren einmal mehr in Ihrem eröffnenden Stück ‚ Disharmony ‚ die Folk- inspirierten Pop-Melodien, und tauchen sie mit einem Hauch Post-Rock in nordische Düsternis. Im zweiten Stück ‚ Grey Birds ‚ sorgt ein unteschwelliger Bass für aufstrebende Instrumentierungen, die plötzlich auf Ihrem höchsten Punkt die Melodien brechen und beeindruckende musikalische Landschaften offenbaren und deren komplexe Taktarten, Tiefe und Dringlichkeit besser als je zuvor erscheinen. Cody stehen auch hier für Ihre charakteristische Zurückhaltung, die sich trotzdem so unwiderstehlich in die Gehörgänge dreht – man wird sich dieser Reise durch ‚ Fractures ‚ unter keinen Umständen entziehen können. Wahrlich gelungen sind insbesondere die bereits angesprochenen Rhythmunswechsel innerhalb der Songs. Auch während dem Stück ‚ Caroline ‚ entsteht aus den anfänglichen mehrstimmigen Hoch-Gesängen ein gelegentlich angezogener Midtempo-Tempo Song mit dezenten akustischen Gitarren, der sich nach vier Minuten Spielzeit nochmals wandelt, abbremst, um sich dann erst langsam wieder mit Hilfe der einsetzenden Trompete aus der Bewegungslosigkeit herausarbeitet. Fast jedes Stück auf ‚ Fractures ‚ ist ein fein säuberlich geschliffenes Meisterwerk und das liegt nach meiner Meinung hauptsächlich am ausdrucksstarken Gesang von Kaspar Kaae, aber auch an der Arbeit mit dem Bass. Den immer wenn dieser in den Vordergrund rücken darf, beispielsweise im Song ‚ August ‚, entsteht sofort eine uneingenommene Dringlichhkeit und vollmundige Intensität – der Weg scheint zwar dabei vorbestimmt – aber dennoch fesselt dieser launische und schwelgende Bass zu jeder erdenklichen Sekunde und sorgt zugleich für die ansonsten spärlich gesäten Zielsetzungen. Im Anschluss gönnen sich Cody dann ein bisschen Ruhe im eigenen Sinn und sammeln Ihre Kräfte für das neunte Stück ‚ Rocky Mountains ‚. Erstmals wird hier das Klavier eine zentrale Rolle zuteil und trägt damit auch eine angenehm frische Note in die Platte. Mit ‚ Go Home ‚ kreieren die Dänen abschließend noch einen äußerst melodischen Ausklang und beenden damit ‚ Fractures ‚ so, wie Cody es mit ‚ Disharmony ‚ begonnen haben. Ein durch und durch stimmiges Gesamtwerk von einer der wohl derzeit besten Bands aus Dänemark.

8.1