Circa Waves – Never Going Under

Indie Rock, VÖ: Januar 2023
Beeindruckend paart die Band musikalische Glücksspiele mit einigen ihrer bisher persönlichsten Texten, singen über Vaterschaft, Erwartungen an die Männlichkeit und zeigen Verletzlichkeit. Dieser neue kreative Funke und die lyrische Erleuchtung machen es zur bisher ehrgeizigsten Platte der CIRCA WAVES.

Die Pandemie hatte sicherlich einen Einfluss auf „Never Going Under“, das neueste Album der britischen Circa Waves, aber die Vaterschaft hatte eindeutig einen viel größeren Einfluss. Frontmann Kieren Shuddall, der das Album auch produzierte, wurde während der Pandemie zum ersten Mal Vater. Die Elternschaft spiegelt sich sogar im Albumtitel wider. “Never Going Under speaks to that uniquely modern phenomenon of genuinely not knowing what type of world our kids are going to find themselves in in 30 years. Physically, environmentally, politically – we are completely in the unknown,” sagt er. In Anlehnung an dieses einzigartige moderne Phänomen, wirklich nicht zu wissen, in welcher Art von Welt wir enden werden, bringen die Circa Waves auf ihrem fünften Album Dinge zum Ausdruck, die sie noch nie zuvor gezeigt haben. 

Mit aufsteigender Instrumentierung und eindringlichen Texten, die von den Fans zurückgeschrien werden wollen, berührt „Carry You Home“ Unsicherheiten und die aufopfernde Reinheit der Liebe. Der Indie-Elektronik-Track ist klassisches Circa Waves vom Feinsten und voll von klaren, selbstbewussten Gesängen, während Shuddall mit seiner Erzählung über das Streben, die bestmögliche Version von sich selbst zu sein. „I just wanna be the best I can / But I’m not sure if I’m the man“, singt er über die funkelnde Elektronik und flotten Gitarrenlinien hinweg. “And I’m supposed to be superman / But I’ve just cried in my hands.“ Selbst mit seinen formelhaften, ausgetretenen Strukturen in Tracks wie „Carry You Home“ und „Hell On Earth“, ist „Never Going Under“ eine solide, Electronic-gesättigte Ergänzung der Diskographie der Band aus Liverpool. 

Den Abschluss des Albums „Living In The Grey“ bildet den Zenith, ein stechend ehrliches Bekenntnis, eingehüllt in großen Synthesizer und unterbrochen von dröhnenden Trommelschlägen. „Never Going Under“ bestätigt, was sich in den letzten Jahren bereits angedeutet hat: Dieser neue kreative Funke und die lyrische Erleuchtung machen es zur bisher ehrgeizigsten Platte in einer Karriere, die bereits ziemlich bemerkenswert ist.

8.0