Christina Aguilera – Christina Aguilera

Classic AlbumsPop, August 1999
Gibt es einen Platz in den Pop-Charts für ein weiteres Ex-Mausketier? CHRISTINA AGUILERA überzeugt auf Ihrem Debüt mit Ihrer sinnlichen und kraftvollen Stimme.

Wie die meisten Popalben sind auch diese Texte nicht mehr als eine Poesieaufgabe in der 9. Klasse über elementare Reime. Es scheint eine häufige Schwäche zu sein, wenn die Lieder und Texte von übergewichtigen schwedischen Männern mit Glatze geschrieben werden. Sie scheinen Schwierigkeiten zu haben, wirklich zu reflektieren, wie sich die 19-jährige Christina Aguilera fühlt, und es ist ein Wunder, dass sie die Gesangsmelodien auf Ihrem Debüt so überzeugend wiedergeben kann. Christina Aguilera spendet dem Album weder Texte noch musikalische Ideen, eine unglückliche Praxis im Teenie-Pop der späten 90er Jahre. Die Texte übertreffen zum Glück das lächerlich schlechte Niveau, aber als positiver Aspekt dieses Albums sind diese nicht zu nennen.

Schwächen beiseite, es gibt einige wirklich gut gemachte Popsongs auf dem Album. „Genie in a Bottle“ als absolutes Highlight und die ebenso eingängigen Popsongs „What a Girl Wants“, „Come on Over (All I Want Is You)“ und die Ballade „I Turn to You“ – die es wert sind, mit „Bye Bye Bye“ oder „Oops! I Did it Again“ in die Annalen der Popgeschichte aufgenommen zu werden. Während die Songs die kitschigen Keyboards, die klingende Percussion und falsch platzierten Gitarren aufweisen, die so viele Songs derzeit plagen, sind sie größtenteils gut komponierte und fachmännisch arrangierte Popsongs, die ihren Zweck erfüllen. Ohne den Bogen zu überspannen, ist Aguilera eine wirklich begnadete Sängerin, die diese unterhaltsamen Songs auf ein neues Niveau hebt. 

Sie bringt Persönlichkeit und Anspruch selbst in die langweiligsten Stücke. Während Britney Spears ihre schwache Stimme mit Verzerrern und anderen verschiedenen Effekten bearbeiten muss, weiß Aguilera und ihr Team, dass ihre Stimme ihre größte Stärke ist, und als solche ist sie der unvergleichliche Brennpunkt des Albums. Das selbst betitelte Debüt ist lustig, einnehmend und wird auch nach mehrmaligem Hören nicht unangenehm. Aus der Flut von Teenie-Pop-Alben in diesem Jahr fühlt sich dies wie das Beste von allen an.

7.0