Caroline Rose – Loner

Indie Rock, VÖ: Februar 2018
CAROLINE ROSE klingt, als hätte sie eine tolle Zeit, auch wenn das Leben Scheiße sein kann. Ihr neues Album LONER vermittelt einen Sarkasmus, den nur wenige hörbar erzeugen können.

Vor vier Jahren veröffentlichte Caroline Rose ihr Debütalbum „I Will Not Be Afraid“, ein wurzeliges Stück Alt-Americana-Rock, das das, was es tat, sehr gut machte. Was es nicht tat, war nicht einmal ein Hinweis darauf zu geben, was als nächstes kommen würde. Rose’s zweites Album „Loner“ fühlt sich wie ein kompletter Neustart an. Es missachtet Genres auf aufregende Weise, springt mit einem fast atemlosen Gefühl der Hingabe von einem Stil zum anderen und hat die Art von Ehrgeiz, die Janelle Monáe’s „The Archandroid“ zu einem so unvergesslichen Hörerlebnis machte. Und das alles innerhalb von 35 Minuten. Aber noch wichtiger ist, dass „Loner“ eine kompromisslose Ehrlichkeit hervorbringt, die niemals in Rose’s letzte (und weitaus konservativere) Inkarnation hätte passen können. 

Sowohl das sehnsüchtige „More of the Same“ als auch die Kate-Bush-Delikatesse „Getting to Me“ drücken genau die Art von hartnäckigem Zynismus aus, mit dem sich kämpfende Mittzwanziger identifizieren können. „To Die Today“ taucht sogar tief in verliebte Depressionen ein, mit einem samtigen Pochen, das an Portishead erinnert. Als Songwriterin hat sie sich geöffnet und ist in der Lage, von der brutalen Teenager-Atmosphäre von „Soul No. 5“ und dem Farfisa-getriebenen Pop von „Bikini“ zu den gescheiterten Ambitionen von „Jeannie Becomes a Mom“ und der schattenhaften Erotik von „Animal“ zu wechseln. 

„I want to make music that sounds as manic as I feel“, sagte Rose über „Loner“ und behauptete, die Platte sei „as much inspired by Justin Timberlake and Britney Spears as it was late ’70s punk“. All diese Einflüsse sind zu hören und Caroline Rose’s neue Ausrichtung passt perfekt zu jemandem mit so viel Persönlichkeit.

8.2