Brix Smith – Valley of the Dolls

Rock, VÖ: März 2023
Nach vielen Jahren des Musizierens mit anderen Leuten hat BRIX SMITH (The Fall, The Extricated) endlich ein Soloalbum herausgebracht. Dieses temperamentvolle Album mischt Garage Rock, Power Pop, Grunge und orientiert sich an Bands wie The Breeders und Hole.

Für viele wird Brix Smith immer Mrs Mark E Smith sein, die überschwängliche, blonde Gitarristin, die Kalifornien verließ, um nach Prestwich zu gehen, um den verrückten Sänger von The Fall zu heiraten und seine Band Mitte der 80er Jahre in eine gewinnende Alternative-Pop-Richtung zu lenken. Wie in Brix ‚Autobiographie von 2016 vorsichtig beschrieben, ging es für den Rest ihres Lebens oft darum, sich von dem Trauma dieser Jahre zu erholen, einschließlich des völligen Berufswechsels als Boutique-Besitzerin und der Aufnahme von drei Alben mit anderen Ex-Fall-Mitgliedern unter dem Namen Brix & The Extricated, in der Hoffnung, einen Abschluss zu erreichen. Die Therapie dauert bei diesem Solo-Debüt jedoch noch an. 

Im eröffnenden Stück „Living Thru My Despair“ singt Smith, „Manchester, my old hometown“ und schmerzhafte Erinnerungen an ihre erste Ehe werden zu neuem Leben erweckt (“empty speed wraps on the sink, the amber liquid that you drink – it can’t’ve been every gal’s dream come true”). Doch wie der Titel schon sagt, ist „Valley of the Dolls“ eine Zusammenfassung ihres gesamten bisherigen Lebensweges, seit ihrer Kindheit in einem Vorort von Los Angeles. Sie mag seit vier Jahrzehnten in der Branche tätig sein, aber mit Hooks beladene Tracks wie „Valley Girl“ und „Fast Net“ haben die schmuddelige Energie einer Newcomerin.

Textlich beeinflusst von ihren frühen Jahren in Kalifornien, aber musikalisch in eine Zukunft blickend, in der Grunge niemals gestorben ist, versetzt das Album sie fest in eine Gegenwart zurück, in der sie ihre Beiträge einfordern kann. Fachmännisch konstruiert, leidenschaftlich ausgeführt und durchweg extrem eingängig, ist „Valley of the Dolls“ ein über weite Strecken gelungenes Album und ein wunderbar ermächtigender und energiegeladener Neuanfang für eine Künstlerin, die mit 60 immer noch wild darauf aus ist, ihr musikalisches Potenzial auszuschöpfen.

7.0