Bondage Fairies – Bondage Fairies

Electronic, Mai 2012

Erst klingen die ersten Sekunden in ‚ Clone ‚ wie ein frühes Videospiel zu NES-Zeiten, danach erinnert es an die Crystal Castles und dann musste ich an das Debütwerk von Bondage Fairies denken. Und damit war ich am Ziel meiner umständlichen Gedankengänge angekommen. Skandinavien, Schweden und Stockholm: die Bondage Fairies haben sich mit Ihrer nun schon dritten und gleichnamigen Platte vom Elektro-Duo zu einem Quartett hochgespielt und wollen nun erneut über das Label Audiolith die Lücke im System von Punk, Dance und Pop füllen. Das Eröffnungsstück mag mit seinen ruhigen Tönen und der zarten, wie auch verwundbaren Stimme die Präsenz schnell erfassen, doch der Faktor Bondage Fairies stellt den Hörer dann mit seinem Refrain und drängt diesen, noch etwas verunsichert, mit den elektronischen Spielereien auf die sich langsam füllende Tanzfläche. Mit ‚ Fantasy Outfit ‚ wird es sehr poppig zwischen den vier maskierten Herrschaften und ‚ Twety Twelve ‚ lässt die Melodien erstmal durch die virtuellen Klanglandschaften schweben, bevor man sich dann tatsächlich herrlich unterfordern fühlen darf. Auch auf Ihrem dritten Werk legen die Bondage Fairies nicht so viel Wert auf textliche Gepflogenheiten und verlassen sich lieber erneut auf die beißende Ironie und erzählen von Liebe und anderen Arten der Selbstzerstörung. Doch blicken wir mal mit Abstand auf die neuen Stücke, denn ab einer gewissen Entfernung zersprengen sich anfängliche Optimismus-Freuden in gewöhnliche Nettigkeiten. ‚ Devil ‚ als instrumentelle Version mag noch überzeugend wirken, doch spätestens im letzten Teil der Platte verlieren sich die eigenen Gedanken in fremden Welten weit Weg der Bondage Fairies. Schlussendlich bleiben die Herrschaften aus Stockholm unantastbar in Ihrer Eigenständigkeit und auch der Wiedererkennungswert ist relativ hoch gehalten – aber was ich hier vermisse ist die Abwechslung. Die flachen Rhythmen am Drumcomputer und die hüpfenden Bits verlieren Ihre Lässigkeit und da tut es in der Seele gut, wenn so plötzlich und gänzlich unverhofft der Track ‚ I’m To Her What She Used To Be To Me ‚ mit schneidenden Riffs in bester Arctic Monkeys Manier in 60 Sekunden durch die Boxen donnert. Ist der Knoten am Ende doch noch explodiert. Den Fan der Bondage Fairies wird es freuen.

5.2