Black Rebel Motorcycle Club – Take Them On, On Your Own

Alternative RockClassic AlbumsRock, VÖ: August 2003
Im Herzen von TAKE THEM ON, ON YOUR OWN herrscht eine beklemmende Düsternis und klingt wie das Heulen eines Schneesturms. Zu sagen, dass es unangenehm ist, zuzuhören, würde jedoch bedeuten, die viszeralen Freuden zu ignorieren, die uns der BLACK REBEL MOTORCYCLE CLUB überreicht.

Wie das Cover schon andeutet, machen Black Rebel Motorcycle Club hier nicht lange rum: ihre zweite Scheibe „Take Them On, On Your Own“ ist durchgehend vollgepackt mit fester Rock-Überheblichkeit und geballten Fäusten; Die zwölf undurchdringlichen Songs strotzen vor abgefahrenen Texten, gnadenlos effektlastigen Gitarren, gewaltigen, pochenden Drumbeats und Lawinenbasslines. Aber es gibt auch erkennbare Zuneigungen, und wenn sie auftauchen, sind sie entweder äußerst entfremdend (die Platte beginnt mit dem passenden Eingeständnis: „We don’t like you/ We just want to try you“ oder verheerend langweilig (der vorhersehbar aggressiven Refrain von „Generation“). Glücklicherweise gibt es eine Handvoll transzendenter Momente zu finden, vorausgesetzt, man ist bereit, die Zeit zu investieren, die es braucht, um sie zu erschnüffeln – was man auch tun sollte, da dies eine dieser Platten ist, die mit jeder weiteren Drehung auf dem Plattenteller an Reife gewinnt.

Daher klingen die Ergebnisse erstmal verdammt ähnlich den Debütsongs. Beim ersten Mal lassen sich fast keine Unterschiede zwischen den beiden Alben feststellen. Aber nach wiederholtem Hören merkt man, diese neue Platte weiß ganz genau was es tun will, und erledigt es kompromisslos. Es gab ein paar Stolperfallen bei ihrem Debüt, aber jeder Track auf „Take Them On, On Your Own“ ist mindestens so gut wie die besseren Tracks auf „B.R.M.C.“. Im Grunde sind alle ersten 8 Tracks Wiederholungen der alten Formel. Dröhnende Gitarren, stapfende Drums, höhnische Gesänge – und natürlich muss alles verzerrt klingen. Eine gute, bis sehr gut ausgeführte Formel, aber man hat alles schon einmal gehört. Etwas neues muss her. „In Like the Rose“ finden wir die erste Mutation. Beginnend mit einer stotternden Gitarre und von einem passenden Synthesizer und einigen hämmernden Drums flankiert, zeigt der Black Rebel Motorcycle Club endlich etwas Rhythmus.

Neu auch: die Band ist politisch geworden. Songs wie „Generation“ („I’m choosing sides, I’m keeping up with you and your invasion sides“) und „US Government“ („We are the ones that keep you down, We are the ones that won the ground“) sind für sich gute Songs, passen aber einfach nicht in das BRMC-Schema. Glücklicherweise hat die Band auch verschiedene Wege erkundet, um anderweitig zu sagen, was sie wollen. „Shade of Blue“ schleudert einen langsamen Bass und eine großartige Melodie zusammen, um ein brillantes Stück zu schaffen, das die Mitte dieses Albums wunderschön hervorhebt. „Heart and Soul“ beginnt mit einer undurchsichtigen Post-1967-Beatles-ähnlichen Melodie, um dann in das Psychedelia-Gebräu des Black Rebel Motorcycle Club einzusteigen. Auf „Take Them On, On Your Own“ verfeinern sie ihr Handwerk und machen kleine Schritte, um es zu erweitern. Es ist ein gutes Hörerlebnis für jeden, der mit der Band vertraut ist oder einfach mal von einem zermürbenden Stein akustisch geschrubbt zu werden.

7.9